Rund zwei Jahre nach dem schweren Busunglück auf der Autobahn 9 mit vier Toten und zahlreichen Verletzten hat das Amtsgericht Eilenburg den damaligen Fahrer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der 64-jährige tschechische Busfahrer wurde wegen fahrlässiger Tötung in vier Fällen sowie fahrlässiger Körperverletzung in 25 Fällen zu zwei Jahren Haft auf drei Jahre Bewährung verurteilt. Zudem muss er die Verfahrenskosten tragen und eine Geldauflage von 1.500 Euro zahlen. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn umfassend eingeräumt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass eine kurze Unaufmerksamkeit des Fahrers zu dem Unglück führte. Am 27. März 2024 war ein Doppeldeckerbus auf der Fahrt von Berlin nach Zürich gegen 9:45 Uhr kurz vor dem Schkeuditzer Kreuz bei Tempo rund 100 ins Schlingern geraten. Das Fahrzeug verließ die Fahrbahn, rutschte eine Böschung hinunter und kippte auf die Seite. Vier Frauen im Alter von 19, 20, 43 und 47 Jahren kamen ums Leben, 46 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.