Am Landgericht Leipzig hat am 24. Februar 2026 ein wirtschaftlich und politisch bedeutsamer Prozess begonnen. Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 42 und 39 Jahren. Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßige Geldwäsche, schwere Steuerhinterziehung sowie Anstiftung zur falschen Verdächtigung vor.
Im Kern geht es um den Betrieb der illegalen Streaming-Plattform „movie2k“ in den Jahren 2008 bis 2013 – und um die Frage, ob der Freistaat Sachsen einen Milliardenbetrag aus dem Verkauf sichergestellter Bitcoins einziehen darf.
Die Angeklagten sollen das Portal unter zwei Hauptdomains betrieben und dort zahlreiche Raubkopien von Filmen und Serien kostenlos zugänglich gemacht haben. Einnahmen seien vor allem über Werbung, teilweise auch über Abonnements erzielt worden. Im August 2012 habe die Plattform täglich rund 2,5 Millionen Nutzer verzeichnet, darunter viele aus dem Ausland.
Milliarden-Betrag auf Verwahrkonto
Nach Darstellung der Anklage wurden die Erlöse weltweit gewaschen und teilweise in die damals noch junge Kryptowährung Bitcoin investiert. Rund 50.000 Bitcoins übergab einer der Beschuldigten den Behörden. Diese wurden im Sommer 2024 nach erheblicher Wertsteigerung für etwa 2,64 Milliarden Euro verkauft. Der Betrag liegt derzeit auf einem Verwahrkonto.
Im Fall einer Verurteilung könnte Sachsen das mutmaßlich aus Straftaten stammende Vermögen einziehen und dem Landeshaushalt zuführen. Zwar sind die rund 220.000 registrierten Urheberrechtsverletzungen inzwischen verjährt, was einer strafrechtlichen Ahndung insoweit entgegensteht. Eine Vermögenseinziehung bleibt davon jedoch unberührt.
Allerdings könnten geschädigte Rechteinhaber Ansprüche geltend machen. Diese müssten geprüft und gegebenenfalls aus dem hinterlegten Geld beglichen werden. Erst danach käme eine Verwendung zugunsten des Landes in Betracht.
Mehrstündige Verlesung der Anklage
Zum Auftakt verlas die Staatsanwaltschaft über mehrere Stunden die Anklage. Die Verhandlung wird am 5. März fortgesetzt; bis Ende Mai sind weitere Termine angesetzt. Mehrere Beteiligte der Plattform wurden bereits früher verurteilt.
Der nun angeklagte mutmaßliche Hauptverantwortliche war 2023 gefasst worden. Nach Einschätzung der Ermittler verfügt er weiterhin über Bitcoins in Milliardenhöhe. Ein Verteidiger sieht für seinen Mandanten eine Gefährdungslage.
Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier auf L-IZ.de.
Leipziger Zeitung // Lucas Böhme, unterstützt von KI