„Leipzig kann es sich nicht leisten, dass große Stadtentwicklungsprojekte über Jahre in Verfahren festhängen und dadurch ihre Umsetzbarkeit in Frage stellen.“, sagt Prof. Dr. habil. Kerry Brauer, Präsidentin des Leipziger Fachkreises Immobilien. „Wenn sich die Rahmenbedingungen in einem Zeitraum von acht bis zehn Jahren grundlegend verändern, werden städtebauliche Verträge in wesentlichen Teilen hinfällig. Das verzögert Vorhaben nicht nur erheblich, sondern kann ihre Realisierung insgesamt gefährden. Dieser Zustand ist gleichermaßen für die Stadt und für den jeweiligen Investor kontraproduktiv.
Wie gravierend die Folgen sein können, zeigt sich nach Auffassung des Fachkreises am Beispiel des Bayerischen Bahnhofs. Dort stehen rund 180.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche für Wohnen und 220.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche für Gewerbe im Raum. Gleichzeitig zieht sich der Entwicklungsprozess bereits seit rund 14 Jahren hin. Die städtebaulichen Verträge aus den Jahren 2018 und 2019 sind heute in vielen Punkten bereits überholt.