Schwere Zeiten für Kunst und Kultur: Auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit Museen wie dem Grünen Gewölbe und der Gemäldegalerie Alte Meister müssen angesichts von Sparvorgaben Abstriche hinnehmen. 2025 kamen rund 1,8 Millionen Gäste in die Sammlungen, etwa 460.000 weniger als im Jahr zuvor, teilten die SKD bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz mit. Als Gründe wurden neben rückläufigen Touristenzahlen auch reduzierte Öffnungszeiten und gestiegene Ticketpreise genannt. Rund 40 Prozent der Besucher der SKD stammen aus dem Ausland. Zudem war das Kunstgewerbemuseum geschlossen.
Kunstsammlungen mussten Stellen abbauen
Auch beim Personal haben die SKD einen Aderlass hinnehmen müssen. Im Vergleich zu 2023 wurden 30 Stellen abgebaut - knapp zehn Prozent. SKD-Generaldirektor Bernd Ebert geht davon aus, dass die Konsolidierung anhält. Man werde nicht abwarten, welche Zuweisungen es vom Land gebe, sondern selbst aktiv werden. Geringere Zuwendungen des Landes würden bei der Planung bereits antizipiert. Man werde Ausstellungen genau unter die Lupe nehmen, sich konzentrieren und Prioritäten setzen - aber auf keinen Fall die Qualität verlieren. Lieber reduziere man die Anzahl der Projekte.
Krise wird auch als Chance gesehen
«Aber letztlich liegt in einer solchen Krisensituation, in einer zu bewältigenden Krise, einem solchen Transformationsprozess auch immer eine Chance. Eine Chance, sich der eigenen Ziele noch einmal gewahr zu werden und sich zu fokussieren, Prioritäten zu setzen», sagte Ebert. Genau das habe man im ersten Jahr seines Amtes gemacht, dieser Prozess werde gerade fortgesetzt.
In diesem Jahr sind eine Reihe attraktiver Ausstellungen geplant. Mit ihrer Werkschau von Arbeiten Paula Modersohn-Beckers (1876–1907) und Edvard Munchs (1863–1944) haben die SKD im Februar bereits für Aufsehen gesorgt. Die Ausstellung laufe «wie geschnitten Brot», bekannte Ebert. Als nächster Höhepunkt steht am 22. April die Eröffnung der Dauerausstellung «Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof» in den restaurierten Sälen im Nordflügel des Residenzschlosses an.