Die Publizistin Ines Geipel ist mit dem Erich-Loest-Preis 2023 geehrt worden. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an Autoren verliehen, die mit dem mitteldeutschen Raum verbunden sind und den politischen Diskurs in Deutschland mitgestalten. Den Preis erhielt sie am Freitag. In ihren Werken geht es insbesondere um die Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte der NS- sowie der DDR-Diktatur.
In der Begründung der Jury heißt es: Geipel sei «eine engagierte Autorin, die sich im Bergwerk der literarischen Aufarbeitung mit der Wirkungsgeschichte zweier diktatorischer Systeme beschäftigt». «Ich kenne kaum eine andere Autorin der Nachwendeliteratur, die ihren eigenen historischen Erfahrungsraum in ihren Studien so konsequent ausmisst, und dies aus persönlicher Anschauung», sagte Laudator und Essayist Durs Grünbein. Die Wurzel ihrer schriftstellerischen Tätigkeit sei kein bloßes journalistisches Interesse, sondern «die eigene, immer in Frage gestellte Lebenserfahrung, das Verdrängte und das Verleugnete».