Die Szenerie erinnert an einen Endzeitfilm: Einsatzkräfte in silbernen Schutzanzügen mit Hauben über dem Kopf gehen in ein Wohnhaus im sächsischen Zeithain. Im Dachgeschoss des Elternhauses soll ein 16-Jähriger in einem selbst eingerichteten Labor tödliches Gift hergestellt und aufbewahrt haben. «Gegen den 16-Jährigen wird wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz ermittelt», sagte Kay Anders vom sächsischen Landeskriminalamt (LKA).
Experten in Vollschutz im Einsatz
Die kleine, mit Pflastersteinen ausgelegte Straße, ist komplett blockiert von Fahrzeugen der Feuerwehr und Beamten des LKA. Der Blick auf den alten Dreiseitenhof bleibt verwehrt. Die Feuerwehr hatte am Vormittag eine sogenannte Dekontaminationsstrecke aufgebaut, erläuterte Anders vom LKA. «Ein Expertenteam des LKA ist nun unter Vollschutz in das Gebäude gegangen und wird das Labor untersuchen.»
Mehrere Ampullen eines Gemisches aus Aconitin und Ricin soll der Jugendliche hier stehen haben. Ricin ist eine biologische Waffe im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes. Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind zur Unterstützung vor Ort, bestätigte der LKA-Sprecher.