Für seine sexuelle Vorliebe geht ein Geschäftsmann aus Dresden große Risiken ein - und bezahlt das mit seinem Leben. Eine Hamburger Domina legt dem 53-Jährigen Ketten um den Hals, die sie an der Decke eines Etablissements im Stadtteil Schnelsen befestigt. Nach einstündiger Sadomaso-Stimulation wird der übergewichtige, 1,93 Meter große Mann plötzlich ohnmächtig. Die Ketten ziehen sich um seinen Hals zu, er stirbt infolge des Sauerstoffmangels im Krankenhaus. Das Landgericht Hamburg hat die 38-jährige Prostituierte nun wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt.
Bondage, Ketten und Analhaken
Die 38-Jährige hatte eine solche Langzeit-Session noch nie gemacht und sich einiges einfallen lassen. Nach dem Duschen legte sie dem nackten Freier eine sogenannte Bondage an, durch die er seine Arme und Hände nicht mehr bewegen konnte. Die Metallketten habe sie an einer Art Gardinenstange befestigt, die an einer Öse an der Decke hing.
Zusätzlich führte sie ihm das kugelförmige Ende eines sogenannten Analhakens ein und verknotete ein Band vom anderen Ende des Hakens mit den Ketten. Der so gefesselte Mann stand auf dem Boden, möglicherweise auch erhöht auf einem Stuhl oder Hocker. «Es ging um das Gefühl des Ausgeliefertseins», erklärte die Richterin.
Plötzlich ohnmächtig
Nach einer Stunde, während die Angeklagte ihn unter anderem an den Brustwarzen und Genitalien stimuliert hatte, wurde der Mann ohnmächtig. Plötzlich sei bei ihm das Licht aus gewesen, habe die geständige Angeklagte erklärt. Die Ketten zogen sich um seinen Hals zu und schnürten ihm die Luft ab. Die eher zierliche Prostituierte konnte den schweren Mann nicht heben, wie sie dem Gericht nach Angaben der Richterin glaubwürdig schilderte. Sie versuchte erfolglos, ihn auf einem Sofa abzustützen, und schrie um Hilfe.
Erst zwei Rettungssanitäter konnten den 53-Jährigen aus den Ketten lösen und zusammen mit einem Polizeibeamten reanimieren. Doch weil die Sauerstoffversorgung des Gehirns mindestens zehn Minuten unterbrochen war, starb der Mann wenige Tage später im Krankenhaus. Bei der Obduktion stellten die Ärzte fest, dass der 53-Jährige bei 115 Kilogramm Körpergewicht ein vorbelastetes Herz und eine möglicherweise chronische Atemwegserkrankung hatte.