Bei der sächsischen Datenschutzbeauftragten Juliane Hundert häufen sich Beschwerden zu Videoüberwachungen. 2023 gingen bei ihr rund 200 entsprechende Eingaben ein, sagte sie am Freitag im Landtag. Im Jahr 2022 waren es 140 Eingaben, 2021 wurden 130 Beschwerden registriert. Vor allem Kameras in der Nachbarschaft sorgten für Unmut. Sie gaben im vergangenen Jahr in mehr als 50 Fällen Anlass für eine Beschwerde. Meist fühlen sich Betroffene von Nachbarn überwacht. In etlichen Fällen waren die Überwachungskameras auf Gehwege und Parkplätze gerichtet. Generell nahm die Beanstandung von Videoüberwachung bei Straßen und Plätzen deutlich zu - von knapp 60 Fällen (2021) auf mehr als 90 in 2023.
Sie wolle ein deutliches Stoppschild aufstellen - ein Stoppschild für die immer mehr zunehmende Videoüberwachung, sagte Hundert. «Videokameras zeichnen unser Tun und Handeln auf, sie beeinflussen unser Verhalten und machen uns unfrei. Dem sorglosen Einsatz von Videokameras durch Nachbarinnen und Nachbarn, durch Unternehmen oder Kommunen möchte ich entschieden entgegentreten.» Deshalb habe ihre Behörde eine Broschüre aufgelegt, die Hinweise für Bürger, Behörden und Unternehmen zum Einsatz von Videotechnik gebe und die vor allem klar aufzeige, «was nicht geht».