Kunst kennt keine Grenzen – Abschluss des 13. Sächsischen Theatertreffens Görlitz-Zittau
Görlitz/Zittau. Das 13. Sächsische Theatertreffen endete am Sonntag mit der Preisverleihung im Haus Görlitz. Der Preis des Festivals, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet von der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, ging an das Theater Plauen/Zwickau für die Inszenierung "Richard III" in der Übersetzung von Thomas Brasch (Regie: Dirk Löschner).
Die Jury würdigte die Produktion als herausragende Umsetzung, die durch ästhetische Kraft, innovative Mittel und große darstellerische Präzision überzeugt. Besonders hervorgehoben wurden das Zusammenspiel von Bühne, Kostüm und Puppenspiel sowie die konsequente Besetzung mit einem rein weiblichen Ensemble, die neue Perspektiven auf Macht, Geschlecht und historische Stoffe eröffnet. In der Titelrolle beeindruckte Claudia Lüftenegger mit einer vielschichtigen Darstellung, die Nähe und Distanz zugleich erzeugt.
Finalisten des Wettbewerbs
Neben dem Gewinner zählten folgende Inszenierungen zu den Favoriten der Jury:
- Der Fall Mutter (Missing Dots, Dresden/Leipzig)
- Mein Du (Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz)
- Der Girschkarten (Schauspiel Leipzig)
- Der Nazi & der Friseur (Staatsschauspiel Dresden)
Diese Produktionen stehen exemplarisch für die Vielfalt und die dringliche Auseinandersetzung des zeitgenössischen Theaters in Sachsen.
Festival-Programm und Dreiländereck
Vom 21. bis 26. April 2026 versammelte das 13. Sächsische Theatertreffen sächsische Stadt-, Staats- und Landestheater sowie internationale Gäste in Görlitz und Zittau. Als landesweite Leistungsschau zeigte das Festival Vielfalt, Aktualität und gesellschaftliche Relevanz der Theaterarbeit im Freistaat Sachsen. Ein besonderes Merkmal der Ausgabe war der Fokus auf das Dreiländereck. Die vollständige Integration des trinationalen J-O-Ś-Festivals stärkte den internationalen Austausch mit Partnerbühnen aus Polen und Tschechien.
Ergänzt wurde das Programm durch internationale Koproduktionen, wie die deutsch-ruandische Tanzproduktion Romeo/Juliet Paradise des Urban Women Collective Kigali mit der Tanzcompagnie des Gerhart-Hauptmann-Theaters.
Dialog, Austausch und Besucherfahrung
Auch jenseits der Bühnen bot das Festival Raum für Austausch: Lesungen, Publikumsgespräche, Diskussionen und Konzerte brachten Künstlerinnen, Fachpublikum und Gäste zusammen. Intendant Dr. Daniel Morgenroth betonte: "Ich bin begeistert von der Bandbreite, die in diesen Tagen sichtbar geworden ist – von großen Klassikern bis zu sehr gegenwärtigen, experimentellen Formen. Das Festival zeigt, wie lebendig und vielfältig die Theaterlandschaft ist und wie wichtig der Austausch zwischen Häusern und Publikum bleibt. Kultur ist kein Luxus, Kultur ist Notwendigkeit."
Publikum und Wirkung
Rund 3.500 Besucherinnen und Besucher haben das 13. Sächsische Theatertreffen erlebt und Görlitz und Zittau zu Orten der Begegnung werden lassen. Das Treffen demonstrierte erneut die Vielfalt und Strahlkraft der sächsischen Theaterlandschaft und profitierte in diesem Jahr besonders vom intensiven Austausch über regionale und nationale Grenzen hinweg.