Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Görlitz News

Erster Credo-Preis des Lausitz Festivals geht an Petr Štědroň

Erster Credo-Preis des Lausitz Festivals geht an Petr Štědroň
Foto: Lausitz Festival
Von: Uwe Tschirner
Das Lausitz Festival zeichnet 2026 erstmals mit dem Credo-Preis eine Persönlichkeit aus, die Kunst als gesellschaftliche Kraft versteht. Preisträger ist der tschechische Theatermacher, Intendant und Übersetzer Petr Štědroň.

Erste Auszeichnung für eine europäische Theaterpersönlichkeit

Der erste Credo-Preis des Lausitz Festivals geht an den tschechischen Theatermacher Petr Štědroň. Der 1976 in Brno geborene Intendant, Germanist und Übersetzer wird für sein langjähriges Engagement geehrt, mit dem er Kunst als gesellschaftlich relevante und für das Zusammenleben unverzichtbare Kraft stärkt.

Die Verleihung findet im Rahmen der Festivaleröffnung am 25. August, 19.30 Uhr, in der Kirche St. Peter und Paul in Görlitz statt. Die Laudatio hält Thomas Oberender, langjähriger Leiter der Berliner Festspiele.

Mehr aus dieser Kategorie

Kunst als europäische Perspektive aus Prag und Brno

Štědroň prägt seit vielen Jahren das Theaterleben in Tschechien und darüber hinaus. Seit 2013 leitet er das Prager Divadlo na Zábradlí, das 2025 zum Theater des Jahres in Tschechien gewählt wurde. Bereits seit 2021 ist er Intendant des Deutschsprachigen Theaterfestivals in Prag, dessen Chefdramaturg er seit 2009 war.

Ab der Spielzeit 2028/29 übernimmt er zudem die Intendanz des Nationaltheaters Brno, einer der bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes. Darüber hinaus gilt er als herausragender Übersetzer deutschsprachiger Theaterstücke, literarischer Prosa und Poesie ins Tschechische.

Ein Preis für Überzeugung und künstlerische Haltung

Mit dem 2026 geschaffenen Credo-Preis ehrt das Lausitz Festival Persönlichkeiten, die ihr Schaffen aus tiefer innerer Überzeugung und dem Glauben an die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst heraus gestalten. Ausgezeichnet werden soll nicht nur eine Leistung, sondern auch eine tätige Haltung und ein besonderer Zugriff auf Kunst und Kultur.

Die Entscheidung über die Vergabe treffen die Geschäftsleitung und der Künstlerische Beirat des Festivals gemeinsam. Der Preis ist undotiert und soll ausdrücklich aktive Kulturschaffende würdigen, deren Wirken für die Lausitz geografisch, historisch, ideell oder auf andere Weise relevant ist.

Uraufführung eines neuen Credo zur Festivaleröffnung

Die Ehrung ist eng mit einem künstlerischen Akt verbunden. Bei der Premiere zur Festivaleröffnung am 25. August erklingt in Görlitz ein neu komponiertes Credo, eingebettet in die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Künftig soll zur Preisvergabe jeweils ein neues Credo uraufgeführt werden.

Die erste Komposition stammt von Sylvain Cambreling. Der französische Dirigent und Komponist ist dem Lausitz Festival seit Beginn verbunden. Sein Credo ist ein Chorwerk mit kleiner Truhenorgel und wird in Görlitz erstmals aufgeführt.

Uwe Tschirner
Artikel von

Uwe Tschirner

Uwe Tschirner ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media