Sachsens Bürger haben immer weniger Vertrauen in die Politik; die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie wächst. Das sind zwei Befunde aus dem «Sachsen-Monitor 2023», der am Dienstag in Dresden vorgestellt wurde. Für die Umfrage hatten die Meinungsforscher von Dimap zwischen 23. Juni und 30. September 2023 Interviews mit 2041 Leuten aus dem Freistaat im Alter ab 18 geführt. In vielen Punkten hat sich die Stimmung im Vergleich zur letzten Befragung zwei Jahre zuvor verschlechtert.
Ressentiments gegenüber Geflüchteten und anderen wachsen
Die Ressentiments gegenüber bestimmten Gruppen in der Gesellschaft nehmen zu. 64 Prozent (+24 Prozent) sind der Ansicht, die Bundesrepublik sei durch die vielen Ausländer «in einem gefährlichen Maß überfremdet». Die Asylpolitik und die «Überfremdung» wird von 25 Prozent als wichtigstes Problem genannt (+21). Laut dimap deckt sich dieses Ergebnis mit Werten aus andern Bundesländern.
Bildung und der Mangel an Lehrern rangiert mit 11 Prozent erst auf dem 2. Platz. 66 Prozent (+15) vertreten die Auffassung, dass sich die meisten Langzeitarbeitslosen auf Kosten der Anderen ein schönes Leben machen.
Auch vor Verschwörungserzählungen sind die Sachsen nicht gefeit. 47 Prozent meinen, die Regierung verschweige der Bevölkerung die Wahrheit. 43 Prozent gehen davon aus, dass Politiker nur Marionetten dahinterstehender Mächte sind. Die Aussage «Die Medien und die Politik stecken unter einer Decke» bejahten 42 Prozent. 36 Prozent glauben an geheime Organisationen, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Für ein Drittel der Befragten gleicht Deutschland inzwischen mehr einer Diktatur als einer Demokratie. 59 Prozent sind mit dem Funktionieren der Demokratie nicht zufrieden.