Wo Dresdens tückischster Superblitzer gerade lauert
Dresden. Die Umgebung täuscht gründlich. Wer auf der Boderitzer Straße stadtauswärts rollt, passiert Wiesen, Grünland und eine entspannte Landstraßen-Atmosphäre, die kaum nach Tempo-30-Zone aussieht. Genau hier hat sich Superblitzer „HWI-VE 159" seinen vorerst liebsten Stellplatz gesucht: versteckt hinter einem Altkleidercontainer am Straßenrand, unscheinbar, ruhig, geduldig.
Freie Felder, versteckter Blitzer
Das Ordnungsamt weiß, was es tut. Offene Strecken, auf denen sich Fahrer sicher und unbeobachtet fühlen, sind das bevorzugte Revier der rollenden Messtechnik. Wer die weite Grünlandkulisse am Stadtrand als Freifahrtschein deutet und das Tempolimit ignoriert, erlebt eine unangenehme Überraschung:

Der Messanhänger erfasst stadtauswärtsfahrende Fahrzeuge bereits auf große Distanz - kurzfristiges Abbremsen, sobald man den Container erkennt, schützt in der Regel nicht mehr vor dem Bußgeld. Akkubetrieben und ohne Personal vor Ort kann der Anhänger mehrere Tage an ein und derselben Stelle verharren, ohne dass jemand nachsehen muss.
Was der Blitz kostet
Die Konsequenzen sind empfindlich: Bereits 11 bis 15 km/h zu viel kosten 50 Euro. Wer 16 bis 20 km/h draufpackt, zahlt 70 Euro. Ab 21 km/h werden 115 Euro fällig - plus ein Punkt in Flensburg. Der Container als natürliche Sichtblende macht den Standort auf der Boderitzer Straße dabei zu einem der unauffälligsten, den das Ordnungsamt bislang gewählt hat.
Wer die Strecke kennt, weiß: Zwischen dem Ortseingang und dem Altkleidercontainer liegt gefühlt eine andere Welt - genau die richtige Kulisse für einen Blitzer, der nicht auffallen will.
„167" lauert in Leubnitz-Neuostra
„HWI-VE 159" blitzt nicht allein. Sein Bruder „HWI-VE 167" - bekannt als der Versteckkünstler der Dresdner Blitzer-Familie - steht derzeit in der Wilhelm-Franke-Straße in Leubnitz-Neuostra. Der Anhänger hat eine ausgeprägte Vorliebe für besonders unauffällige Positionen:
Zuletzt verschwand er regelrecht im Gebüsch an der Tännichtstraße in Rochwitz, davor lauerte er an der Fetscherstraße auf Höhe des Uniklinikums - ebenfalls bei Tempo 30, ebenfalls kaum auszumachen. Wer durch den Dresdner Süden pendelt, sollte also früh vom Gas.
„213" tarnt sich olivgrün im Westen
Den farbenfrohen Kontrapunkt setzt unterdessen „HWI-VE 213", der jüngste Neuzugang der Flotte. Seit seiner Premiere Mitte Mai pendelt der olivgrüne Enforcement-Trailer zwischen verschiedenen Standorten und steht derzeit an der Meißner Landstraße in Briesnitz. Seine ungewöhnliche Lackierung ist dabei kein Zufall: Zwischen Rasenflächen, Sträuchern und Sommerlaub fällt der Anhänger kaum auf - Tarnung auf die Spitze getrieben. Auf der Meißner Landstraße gilt Tempo 50. Wer 16 bis 20 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt 70 Euro, ab 21 km/h werden 80 Euro und ein Punkt fällig.
Das Ordnungsamt wechselt die Standorte aller drei Superblitzer regelmäßig, um Gewöhnungseffekte zu verhindern. Die aktuelle Kombination aus verstecktem Container-Standort, urbanem Süden und grüner Tarnung im Westen zeigt: Die Dresdner Superblitzer werden von Mal zu Mal kreativer.
Bleibt neugierig auf eure Stadt – und kommt sicher durch Dresden.