Dresden. Vertreter von Grünen, Linken, SPD und Dissidenten aus den Stadtbezirksbeiräten Altstadt und Neustadt fordern in einem gemeinsamen Antrag, den Ersatzneubau der Carolabrücke von vier auf zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr zu reduzieren. Mit den eingesparten Zins- und Tilgungskosten wollen die Lokalpolitiker Spielräume schaffen, um drohende Kürzungen beim Dresdner Nahverkehr abzuwenden. Den entsprechenden Ergänzungsantrag bringen die Fraktionen von Grünen, Linken, SPD und Dissidenten vor den Entscheidungen im Bauausschuss (am Mittwoch) und im Stadtrat (am Donnerstag) ein.
Verkehrszahlen sprechen gegen vier Spuren
Inhaltlich stützt sich der Antrag auf Einschätzungen von Verkehrswissenschaftlern und der Fachexpertenjury. Die Verkehrsbelegung auf der Carolabrücke sank zwischen 2009 und 2022 um ein Drittel auf rund 2.400 Kraftfahrzeuge pro Stunde. Künftige Prognosen gehen von 1.900 bis 2.600 Fahrzeugen aus. Regelwerke für den Straßenbau sehen vier Spuren erst ab einer Auslastung von 3.600 Fahrzeugen vor.
Zudem entspricht die Verringerung dem Verkehrsentwicklungsplan, der die Bundesstraße 170 schrittweise aus dem Stadtzentrum verlagern soll. Alle am Wettbewerb beteiligten Planungsbüros haben bestätigt, dass ihre Entwürfe ohne neues Verfahren auf zwei Spuren angepasst werden können.
Ungewisse Mehrheiten im Stadtrat
Ob der Vorstoß im Stadtrat eine Mehrheit findet, ist offen. In den konservativen Fraktionen gilt die Vierspurigkeit bislang als gesetzt. Der Antrag wird am Donnerstag im Bauausschuss beraten, bevor der Stadtrat die finale Entscheidung über die Vorzugsvariante trifft.