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Vom NS-Bau zur Tanzbühne: Ostflügel in Hellerau erhält Sächsischen Staatspreis für Baukultur

Ein Foto, das von unten in einen hohen Innenraum des Festspielhauses Hellerau blickt. Über einer Empore mit Glasschutzgeländer stehen Personen. Die Decke besteht aus einem komplexen, warm beleuchteten, korbgeflechtartigen Holztragwerk.
Atemberaubende Einblicke: Der sanierte Ostflügel des Festspielhauses Hellerau in Dresden besticht durch ein Foyer, das sich bis unter das beleuchtete Holztragwerk des Daches öffnet. Für diese Konversion erhielt das Residenz- und Produktionshaus eine Anerkennung beim Baukulturpreis. Foto: Peter R. Fiebig
Von: Cornelius de Haas
13 Jahre nach den ersten Sicherungsarbeiten an der Ruine ist der Ostflügel des Festspielhauses Hellerau ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt, wie aus einem historisch belasteten Gebäude ein Ort für Tanz und Kunst wurde.

Dresden. Der sanierte Ostflügel des Festspielhauses Hellerau ist beim Sächsischen Staatspreis für Baukultur ausgezeichnet worden. Das Projekt „Festspielhaus Hellerau – Flügel Ost" erhielt eine der drei Anerkennungen, dotiert mit 5.000 Euro. Vergeben wurde der Preis bereits bei einem Festakt am 23. Juni 2026 in Dresden; die Auszeichnung für die Stadt wurde am Donnerstag, 27. August, offiziell entgegengenommen – durch Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Vertreter des städtischen Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung sowie des Dresdner Architekturbüros heinlewischer.

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Zwei Sieger, drei Anerkennungen: So verteilt sich das Preisgeld

Der Staatspreis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech" und ist insgesamt mit 50.000 Euro dotiert. Aus 34 eingereichten Beiträgen kürte die Jury erstmals zwei gleichrangige Sieger, die je 17.500 Euro erhalten: den Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig und die zu Ateliers und Büros umgebaute Maschinenhalle in Leipzig-Connewitz. Dazu kamen drei Anerkennungen mit je 5.000 Euro – eine davon für Hellerau, neben der Sporthalle im erzgebirgischen Geyer und dem Projekt „die fabrik chemnitz". Ausgerichtet wurde der Staatspreis in diesem Jahr zum 20. Mal.

Von der Ruine zum Produktionshaus

Hinter der Auszeichnung steht ein langer Weg. Vor 13 Jahren nahm die Stadt am damals ruinösen Ostflügel die ersten Sicherungsarbeiten vor und ließ eine Machbarkeitsstudie für eine öffentliche Nutzung erstellen. „Die Auszeichnung ist eine große Würdigung für das jahrelange Engagement der Stadt für das Festspielhaus Hellerau", erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn. Man habe nicht nur das richtige Ziel, sondern auch den richtigen Weg gewählt.

Eine Weitwinkel-Außenaufnahme des Festspielhaus Hellerau-Komplexes in Dresden. Im Vordergrund ein großer, leerer Platz. Links das Hauptgebäude mit Säulen und Portikus, in der Mitte der langgestreckte, sanierte Ostflügel mit rotem Ziegeldach. Heller Himmel.
Der sanierte Ostflügel des Festspielhauses Hellerau in Dresden hat eine Anerkennung beim Sächsischen Staatspreis für Baukultur erhalten. Nach jahrelanger Sanierung ist aus der Ruine ein modernes Residenz- und Probenzentrum entstanden. Foto: heinlewischer/Brigida González

Den Umbau beschloss die Stadt 2020, die Bauarbeiten begannen im Oktober 2021. Ziel war ein Residenz- und Probenzentrum für HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste. Im Mai 2024 wurde der sanierte Ostflügel übergeben, im September 2025 der Kleine Saal offiziell eröffnet.

Geschichte sichtbar, Nutzung neu

Das Besondere an der Sanierung: Die Geschichte des Gebäudes bleibt ablesbar, während es für seine neue Aufgabe grundlegend umgebaut wurde. Prägende historische Bauteile blieben erhalten, Tragwerk, Haustechnik und Innenräume wurden modernisiert. Durch das Herausnehmen von Wänden und Decken entstand ein Foyer, das sich über mehrere Geschosse bis unter das Dach öffnet. Ein Probestudio und eine Studiobühne reichen jeweils über zwei Etagen und bieten so die nötige Höhe für Proben und Bühnenbetrieb.

Sichtbar bleibt auch die dunkle Vergangenheit des Baus: Ein Splitter am Ostflügel erinnert als Teil des Gedenkareals „Dresdner Norden MNEMO" daran, dass das Gebäude in der NS-Zeit als SS-Polizeischule missbraucht wurde. Diesen Aspekt hebt auch Kulturbürgermeisterin Klepsch hervor: Mit dem Umbau sei ein historisch belastetes Gebäude aus der NS-Diktatur in eine künstlerische Nutzung überführt worden.

Rund 13 Millionen Euro für die Sanierung

Die Sanierung kostete insgesamt rund 13 Millionen Euro. Finanziert wurde sie überwiegend aus Zuwendungen des Bundes, des Freistaats Sachsen und weiteren Fördermitteln, ein Teil stammt aus städtischen Eigenmitteln. Ausgelobt wird der Staatspreis vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung gemeinsam mit der Architekten- und der Ingenieurkammer Sachsen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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