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Rettung für Ruine in Friedrichstadt: Neues Leben auf der Löbtauer Straße

Ein mehrstöckiges, sanierungsbedürftiges historisches Gebäude mit grauem Verputz, Rundbogenfenstern und Graffiti-Verzierungen hinter einer Rasenfläche an der Löbtauer Straße in Dresden.
Neustart in der Friedrichstadt: Das um 1860 erbaute, denkmalgeschützte Bettenhaus hinter der Löbtauer Straße 31 soll saniert werden. Die KADUR Gruppe plant hier Wohnungen, Labore und Raum für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Foto: CdH
Von: Dresden News
Jahrelang blieb das denkmalgeschützte Areal unberührt. Jetzt zieht die KADUR Gruppe ein. Warum aus dem ehemaligen Schandfleck bald ein moderner Mix aus Wohnen, Laboren und Kultur entsteht.

Dresden. Für ein lange leerstehendes, stark sanierungsbedürftiges Denkmal in der Friedrichstadt zeichnet sich eine Zukunft ab. Die Stadt will die beiden Grundstücke Löbtauer Straße 31 und 64 gemeinsam mit der KADUR Gruppe entwickeln. Das Dresdner Unternehmen hatte bei einer Konzeptausschreibung zu Jahresbeginn das beste Gebot abgegeben. Ziel ist, zuerst das verfallene denkmalgeschützte Areal hinter der Nummer 31 instand zu setzen und danach die benachbarte Fläche an der Nummer 64 neu zu bebauen.

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Vom Siechhaus zum Stadtkrankenhaus: die Geschichte des Areals

Der Name „Bettenhaus" verweist auf eine lange medizinische Vergangenheit. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entstand an der Löbtauer Straße 31/33 eine städtische Pflegeeinrichtung - anfangs mit 55 Betten für geistig und körperlich behinderte Menschen. Daraus ging 1888 das „Städtische Siechhaus" hervor, ab 1902 hieß der immer weiter erweiterte Komplex „Städtische Heil- und Pflegeanstalt", ab 1930 „Stadtkrankenhaus Löbtauer Straße". 1945 wurde er teilweise zerstört und danach nur zum Teil wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt der denkmalgeschützte Baubestand, der heute vor der Sanierung steht.

Rund 40 Wohnungen, Proberäume und Werkstätten

Das rund 5.300 Quadratmeter große Grundstück hinter der Löbtauer Straße 31 steht mit Gebäuden und Außenflächen unter Denkmalschutz. Kernstück ist das um 1860 errichtete Bettenhaus, dazu kommt ein später entstandenes Funktionsgebäude. Beide sollen saniert und für neue Nutzungen geöffnet werden. 

Sonniger Hofbereich mit geparkten Autos vor alten, teilweise verriegelten Nebengebäuden und dem denkmalgeschützten Hauptgebäude an der Löbtauer Straße in Dresden-Friedrichstadt.
Gemeinsame Entwicklung: Auf dem rund 5.300 Quadratmeter großen Areal an der Löbtauer Straße stehen verfallene Gebäude vor der Rettung. Zusammen mit einem benachbarten Eckgrundstück soll das Gelände neu belebt werden. Foto: CdH

Nach den bisherigen Plänen des Investors sollen dabei rund 40 kleinere Wohnungen entstehen; im Erdgeschoss sind Proberäume für Musiker und Werkstätten denkbar. Vorgesehen sind außerdem Flächen für Dienstleistungen und medizinische Labore. Das Hauptgebäude soll künftig Aufzüge bekommen, auch Parkflächen sind geplant. Vergeben werden soll dieses Grundstück im Erbbaurecht; für die Erschließung ist die Stadt im Gespräch mit der Cultus GmbH, die nebenan ein Seniorenheim betreibt.

Neubau an der Löbtauer Straße 64

Auf dem rund 1.970 Quadratmeter großen Eckgrundstück Löbtauer Straße 64 soll ein Neubau mit Wohn- und Gewerbeflächen entstehen, der sich in die Umgebung einfügt. Diese Fläche soll an die KADUR Gruppe verkauft werden. „Ein Ort, der lange stillstand, soll wieder ein lebendiger Teil Dresdens werden", sagt Kadur. Man wolle den denkmalgeschützten Gebäuden nicht nur eine Sanierung, sondern eine dauerhafte neue Aufgabe als Wohnort und als Raum für Kultur und Gemeinschaft geben.

Warum die Stadt beide Grundstücke koppelt

Die Verbindung der beiden Flächen ist kein Zufall, sondern eine Reaktion auf gescheiterte Anläufe: Frühere Ausschreibungen allein für das Areal an der Löbtauer Straße 31 waren erfolglos geblieben. Deshalb schrieb die Stadt beide Grundstücke zusammen aus, um die Entwicklung aufeinander abzustimmen. Baubürgermeister Stephan Kühn spricht von einer Chance, eine lange ungenutzte Fläche „sinnvoll zu ordnen und gleichzeitig die Sanierung eines wichtigen Denkmals zu ermöglichen".

Entscheidung fällt im Herbst

Beschlossen ist die Vergabe allerdings noch nicht. Darüber entscheidet im Herbst der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften. Erst mit diesem Beschluss wäre die Grundlage für die weitere Umsetzung gelegt.

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