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Tierheim Dresden zieht Bilanz: 861 Tiere aufgenommen, viele warten noch auf ein Zuhause

Tierheim Dresden zieht Bilanz: 861 Tiere aufgenommen, viele warten noch auf ein Zuhause
Symbolbild Tierheim / pixabay lutz44
Von: Dresden News
Das Dresdner Tierheim nahm 2025 insgesamt 861 Tiere auf. 417 wurden vermittelt, 68 suchen aktuell ein Zuhause. Zahlen, Herausforderungen und Termine im Überblick.

Das städtische Tierheim in Dresden-Stetzsch hat für 2025 Bilanz gezogen: 861 Tiere wurden aufgenommen – weniger als in den Vorjahren, aber die Arbeit bleibt komplex. Ziel der Einrichtung ist es, Tiere in Not zu versorgen, medizinisch zu betreuen und sie in ein neues, dauerhaftes Zuhause zu vermitteln. Trotz eines Rückgangs der Neuzugänge um 11,5 Prozent im Vergleich zu 2024 (959) zeigt sich: Besonders bei Hunden führen Verhaltensthemen, Alter oder behördliche Verfahren häufig zu längeren Aufenthalten.

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Weniger Neuzugänge – aber weiterhin hoher Betreuungsaufwand

Die Statistik der Neuzugänge verdeutlicht die Dynamik: Nach 899 aufgenommenen Tieren im Jahr 2023 und 959 im Jahr 2024 registrierte das Tierheim 2025 insgesamt 861 Aufnahmen. Der Rückgang entlastet die Stationen jedoch nur bedingt. Viele Tiere kommen in einem Zustand an, der intensive Pflege erfordert – sei es durch Stress, Vorerkrankungen oder mangelnde Sozialisierung. Zudem binden Fundtiere und Zwangspflegetiere Personal, Zeit und finanzielle Ressourcen, weil Identitätsklärung, Quarantäne, tierärztliche Versorgung und Dokumentation parallel laufen.

Jeder dritte Neuzugang ist eine Katze

Ein Blick auf die Tierarten zeigt: Unter den 861 aufgenommenen Tieren waren 383 Katzen, 191 Hunde und 287 sonstige Tiere. Zu den „sonstigen“ zählen unter anderem Reptilien, Nager, Vögel und Fische. Damit blieb die Katze die häufigste Tierart im Zugang – rechnerisch nahezu jeder dritte Neuzugang. Diese Struktur prägt den Alltag: Katzen benötigen häufig Separationsbereiche, um Ansteckungen zu vermeiden, während Hunde mehr Trainings- und Auslaufmanagement erfordern. Bei Exoten und Kleintieren ist oft Spezialwissen zur Haltung und Fütterung gefragt.

Aktueller Bestand: 136 Tiere – viele warten noch

Aktuell betreut das Tierheim insgesamt 136 Schützlinge: 64 Katzen, 36 Hunde und 36 sonstige Tiere. Gleichzeitig ist die Vermittlung ein zentrales Ziel – doch nicht jedes Tier ist sofort bereit. Manche müssen erst gesund gepflegt oder verhaltensseitig stabilisiert werden, bei anderen sind rechtliche Fragen zu klären. Das Tierheim verweist darauf, dass Interessierte die Tiere online mit Text und Bild kennenlernen können. Besonders gefragt sind geduldige Menschen, die bereit sind, die Eingewöhnungszeit realistisch einzuplanen und dem Tier Zeit zu geben.

417 vermittelte Tiere – weniger als im Vorjahr

Im Jahr 2025 fanden 417 Tiere ein neues Zuhause: 49 Hunde, 220 Katzen und 148 sonstige Tiere. Damit liegt die Zahl der Vermittlungen spürbar unter 2024, als 538 Tiere abgegeben werden konnten (82 Hunde, 186 Katzen, 270 sonstige Tiere). Die Entwicklung ist nicht automatisch ein Zeichen sinkender Nachfrage, sondern spiegelt auch die Zusammensetzung der Tiere wider. Sind mehr Tiere mit besonderen Bedürfnissen oder mit rechtlichen Einschränkungen im Bestand, verlängern sich Vermittlungsprozesse. Auch Auflagen bei der Hundehaltung können Entscheidungen verzögern.

Fundtiere: 336 aufgenommen, nur 101 abgeholt

Ein weiterer Schwerpunkt waren Fundtiere. 2025 kamen 336 Tiere als Fundtiere ins Tierheim – also entlaufene oder verirrte Haustiere sowie Tiere mit unbekannten Haltern. Von ihnen wurden nur 101 durch ihre Besitzerinnen oder Besitzer wieder abgeholt. Für das Tierheim bedeutet das: Viele Fundtiere gehen nach Ablauf von Fristen in die reguläre Vermittlung über. Gleichzeitig zeigt die Zahl, wie wichtig Kennzeichnung und Registrierung sind – etwa durch Mikrochip und aktuelle Kontaktdaten – um Rückführungen zu erleichtern und Aufenthalte zu verkürzen.

68 Tiere können sofort vermittelt werden

Derzeit suchen 68 Tiere dringend ein neues, liebevolles Zuhause und können sofort vermittelt werden: 26 Katzen, 19 Hunde und 23 sonstige Tiere. Das Tierheim rät, vorab einen Termin zu vereinbaren. Kontakt ist per E-Mail an tierheim@dresden.de oder telefonisch unter 0351-4520352 möglich. Das Servicetelefon ist montags und mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr erreichbar, dienstags und donnerstags von 7.30 bis 17 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 14 Uhr. Ohne Termin ist ein Besuch vor Ort nicht möglich – mit Termin profitieren Interessierte von individueller Beratung durch die Tierpflegerinnen und Tierpfleger.

Offenes Tierheim 2026: Termin zum Vormerken

Für Tierfreundinnen und Tierfreunde gibt es bereits einen Ausblick: Am Sonnabend, 19. September 2026, öffnet das städtische Tierheim von 13 bis 16 Uhr zum „Offenen Tierheim“ ohne Terminvereinbarung. Fachleute des Veterinäramts stellen Tiere vor und informieren über Haltung, Gesundheit und ehrenamtliches Engagement. Geplant sind außerdem ein Flohmarkt für Tierbedarf sowie Infostände von Vereinen und Initiativen, etwa aus der Wildvogel- oder Igelhilfe. Die Anreise mit ÖPNV oder Fahrrad wird empfohlen, da es nur wenige Parkplätze gibt. Aus Sicherheits- und Tierschutzgründen dürfen private Hunde nicht mit auf das Gelände.

Zwangspflege: Wenn Behörden Tiere sicherstellen

Ein Teil der Aufnahmen entfällt auf Tiere in Zwangspflege. 2025 kamen beispielsweise 90 Hunde und 120 Katzen als Zwangspflegetiere ins Dresdner Tierheim; 2024 waren es 136 Hunde und 126 Katzen. Gründe sind vielfältig: schwere Erkrankung der Halterin oder des Halters, längere Krankenhausaufenthalte, Haft, aber auch Verstöße gegen Tierwohl und Tierschutz. Vernachlässigte Tiere werden durch das Veterinäramt fortgenommen, gefährliche Hunde können durch das Ordnungsamt beschlagnahmt werden. Die Unterbringung übernimmt dann das Tierheim, die Kosten trägt grundsätzlich die Tierhalterseite – was bei ausbleibender Zahlung dennoch zu Belastungen führt.

Herausforderung Hund: Lange Aufenthalte und Auflagen

Besonders bei Hunden setzt sich laut Tierheim ein problematischer Trend fort: Einige Tiere bleiben sehr lange. Ältere Hunde haben es oft schwerer, ebenso Tiere mit gesundheitlichen Einschränkungen oder mit Verhaltensproblemen. Häufig fehlt es an ausreichender Sozialisierung und an Grundprinzipien der Erziehung. Dazu kommt, dass lautes, vermeintlich „gefährliches“ Auftreten am Zwinger Interessierte abschrecken kann – während sich derselbe Hund im Beisein des Personals freundlich zeigt. Das Tierheim betont deshalb den Wert eines individuellen Kennenlerntermins. Bei als gefährlich eingestuften Hunden gilt zusätzlich das sächsische Gefahrhunderecht: Eine Haltung ist nur nach gesondertem Erlaubnisverfahren möglich. Laufende ordnungsrechtliche und strafrechtliche Verfahren können Vermittlungen zusätzlich verzögern.

Spenden und Bauvorhaben: Investitionen ab 2026 geplant

Finanziell verzeichnete das Tierheim 2025 Spendeneingänge in Höhe von rund 68.535 Euro; Nachlässe gingen nicht ein. 2024 lagen Spenden bei 107.000 Euro, Nachlässe bei 496.000 Euro. Diese Mittel fließen in die Verbesserung der Haltungsbedingungen und erleichtern zugleich die Arbeit von Haupt- und Ehrenamt. Ab 2026 sind Baumaßnahmen geplant, die ausschließlich aus Spenden und Nachlässen finanziert werden sollen; veranschlagt sind zunächst 600.000 Euro. Dresdens Beigeordnete Dr. Kristin Klaudia Kaufmann dankte den Beschäftigten sowie den über zwanzig aktiven Ehrenamtlichen und rief dazu auf, Tierheimtiere zu adoptieren oder die Arbeit finanziell zu unterstützen.

Kommunale Aufgabe: Tierheim als Einrichtung der Stadt

Das Tierheim in Dresden-Stetzsch ist eine Einrichtung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um Fundtiere und behördlich beschlagnahmte Tiere. Im Einzelfall werden auch Tiere von Krankenhauspatientinnen und -patienten, Inhaftierten oder Verstorbenen versorgt; je nach Kapazität nimmt das Tierheim zudem abgegebene Tiere auf. Anders als vereinsgeführte Tierheime erhält die städtische Einrichtung keine Förderung vom Freistaat Sachsen und stützt sich neben Haushaltsmitteln überwiegend auf Spenden und Nachlässe.

Was vor einer Adoption wichtig ist

Das Tierheim mahnt, die Übernahme eines Tieres gut zu durchdenken: Zeit, Kraft, Wissen und finanzielle Mittel müssen langfristig vorhanden sein. Ebenso wichtig sind Vertretungsregelungen für Urlaubszeiten oder Krankheit, Bereitschaft zum Training sowie Akzeptanz dafür, dass Tierheimtiere oft eine unbekannte Vorgeschichte haben. Wer sich vorbereitet, Fragen klärt und Beratung annimmt, erhöht die Chance auf eine stabile Mensch-Tier-Beziehung – und entlastet zugleich die Einrichtung.

Zusammenfassung: Das Dresdner Tierheim nahm 2025 insgesamt 861 Tiere auf und vermittelte 417. Aktuell können 68 Tiere sofort ein neues Zuhause finden – Interessierte sollten einen Termin vereinbaren und sich beraten lassen.

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