In der Dresdner Neustadt ist eine Debatte über städtische Ausgaben entbrannt: Der Stadtbezirksbeirat Neustadt hat beschlossen, auf der Louisenstraße eine Testphase zur Aufwertung des Straßenraums durchzuführen – mit mobilen Begrünungs- und Sitzelementen im Umfang von rund 50.000 Euro. Der Beschluss fußt auf einem mehrstufigen Bürgerbeteiligungsprozess, in dem Anwohnende, Gewerbetreibende, Kulturschaffende, Kinder und Jugendliche über Monate Ideen für die Umgestaltung der Straße eingebracht haben.
Kosten der Testphase
Laut Verwaltung belaufen sich die Gesamtkosten der mobilen Elemente auf etwa 50.000 Euro:
- Pflanzkübel inkl. Bepflanzung und Pflege: rund 28.400 Euro
- Sitzelemente: rund 15.400 Euro
- temporäre Pflanzflächen: rund 6.200 Euro
Diese Summe umfasst nicht nur die Anschaffung, sondern auch Transport, Installation, Pflege und Rückbau sowie die Anforderungen an hitze- und witterungsbeständige Sonderanfertigungen.
Kritik der CDU
Ein Vertreter der CDU im Neustadter Stadtbezirksbeirat, Johannes Schwenk, äußerte scharfe Kritik an der Höhe der Ausgaben und dem Verhältnis von Kosten zu Nutzen: Obwohl die Grundidee – mehr Aufenthaltsqualität und Begrünung – grundsätzlich geteilt wird, sprach Schwenk von unnötig hohen Ausgaben und fehlender Kosten-Transparenz. Er kritisierte ein fehlendes Vergleichsangebot und meinte bei Radio Dresden, dass es entsprechende Kübel im Baumarkt für unter 1000 Euro gebe.
Dem widersprach André Zschoge vom Stadtplanungsamt, wie das Neustadt-Geflüster berichtet. Es handele sich um sehr anspruchsvolle Standorte, "die Straße ist überhitzt“. Zudem müssten die Elemente gewisse Rahmenbedingungen wie Haltbarkeit im öffentlichen Raum erfüllen. Das sei nicht vergleichbar mit einem Pflanzkübel aus dem Baumarkt. Die Ausgabe wurde in Sozialen Netzwerken und Kommentaren dennoch als „Verschwendung von Steuergeldern“ bezeichnet.