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Streit um 50.000-Euro-Kosten für “Sommerstraße” in der Louisenstraße

Die Aufenthaltsqualität im Bereich der Louisenstraße zwischen Rothenburger Straße und Alaunstraße soll mit mobilen Begrünungsanlagen und Sitzgelegenheiten verbessert werden. Der CDU ist das zu teuer. Foto: CdH
Die Aufenthaltsqualität im Bereich der Louisenstraße zwischen Rothenburger Straße und Alaunstraße soll mit mobilen Begrünungsanlagen und Sitzgelegenheiten verbessert werden. Der CDU ist das zu teuer. Foto: CdH

Die Louisenstraße in Dresden-Neustadt wird für rund 50.000 Euro mit mobilen Begrünungs- und Sitzelementen aufgewertet. Der Stadtbezirksbeirat beschloss die Testphase nach intensiver Bürgerbeteiligung. Kritik kommt von der CDU – sie bemängelt die Kosten und fordert mehr Transparenz.

In der Dresdner Neustadt ist eine Debatte über städtische Ausgaben entbrannt: Der Stadtbezirksbeirat Neustadt hat beschlossen, auf der Louisenstraße eine Testphase zur Aufwertung des Straßenraums durchzuführen – mit mobilen Begrünungs- und Sitzelementen im Umfang von rund 50.000 Euro. Der Beschluss fußt auf einem mehrstufigen Bürgerbeteiligungsprozess, in dem Anwohnende, Gewerbetreibende, Kulturschaffende, Kinder und Jugendliche über Monate Ideen für die Umgestaltung der Straße eingebracht haben.

Projekt-Hintergrund und Bürgerbeteiligung

Bereits im Frühjahr 2024 startete die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Amt für Stadtplanung und Mobilität eine umfassende Bürgerbeteiligung zur Louisenstraße. In mehreren Veranstaltungen, einer Online-Befragung und moderierten Gesprächen konnten Bürgerinnen und Bürger Wünsche und Problemfelder benennen – von mehr Grün über Sitzgelegenheiten bis zu Verkehrsberuhigung und Spielflächen. Diese Ergebnisse fließen in die laufende Planung ein und bilden die Grundlage für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen wie die jetzt beschlossene Testphase.

Kosten der Testphase

Laut Verwaltung belaufen sich die Gesamtkosten der mobilen Elemente auf etwa 50.000 Euro:

  • Pflanzkübel inkl. Bepflanzung und Pflege: rund 28.400 Euro
  • Sitzelemente: rund 15.400 Euro
  • temporäre Pflanzflächen: rund 6.200 Euro

Diese Summe umfasst nicht nur die Anschaffung, sondern auch Transport, Installation, Pflege und Rückbau sowie die Anforderungen an hitze- und witterungsbeständige Sonderanfertigungen.

Kritik der CDU

Ein Vertreter der CDU im Neustadter Stadtbezirksbeirat, Johannes Schwenk, äußerte scharfe Kritik an der Höhe der Ausgaben und dem Verhältnis von Kosten zu Nutzen: Obwohl die Grundidee – mehr Aufenthaltsqualität und Begrünung – grundsätzlich geteilt wird, sprach Schwenk von unnötig hohen Ausgaben und fehlender Kosten-Transparenz. Er kritisierte ein fehlendes Vergleichsangebot und meinte bei Radio Dresden, dass es entsprechende Kübel im Baumarkt für unter 1000 Euro gebe.

Dem widersprach André Zschoge vom Stadtplanungsamt, wie das Neustadt-Geflüster berichtet. Es handele sich um sehr anspruchsvolle Standorte, "die Straße ist überhitzt“. Zudem müssten die Elemente gewisse Rahmenbedingungen wie Haltbarkeit im öffentlichen Raum erfüllen. Das sei nicht vergleichbar mit einem Pflanzkübel aus dem Baumarkt. Die Ausgabe wurde in Sozialen Netzwerken und Kommentaren dennoch als „Verschwendung von Steuergeldern“ bezeichnet.

Öffentliche Reaktionen

In Online-Kommentaren und sozialen Medien reichen die Reaktionen von deutlicher Ablehnung der Kosten bis zu Zustimmung für mehr Aufenthaltsqualität und zur Umsetzung der über Bürgerbeteiligung geäußerten Wünsche. Befürworter betonen, dass gerade urbane Grünflächen und Aufenthaltsbereiche wichtig seien, insbesondere angesichts der Hitze und Nutzungskonflikte in diesem stark frequentierten Abschnitt der Neustadt. Es gab aber auch sarkastische Äußerungen wie unter dem entsprechenden Facebookpost der Sächsischen Zeitung: "Solange die CDU am Fernsehturm und einer überdimensionierten Carolabrücke festhält, muss sie sich über die paar Peanuts nicht aufregen."

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