Dresden. Ein Sportwagen im Arbeiter- und Bauernstaat? Eigentlich nicht vorgesehen. Dass es ihn trotzdem gab, ist einem Dresdner zu verdanken - und genau dieser Wagen steht jetzt wieder dort, wo er herkommt. Vor Kameras, Förderern und Schaulustigen hat das Verkehrsmuseum Dresden am Mittwoch seinen Neuzugang enthüllt: einen knallroten Melkus RS 1000, den einzigen in Serie gebauten Sportwagen der DDR. 115.000 Euro kostete der Ankauf, die Kulturstiftung der Länder steuerte 36.666,67 Euro bei, wie Museum und Stiftung zur Präsentation mitteilten.
Museumsdirektor Michael Vogt erklärte, das Haus schließe damit eine Sammlungslücke, die lange geschmerzt habe. Der Wagen verbinde technischen Pioniergeist mit den Grenzen der DDR-Mangelwirtschaft und tauge deshalb gleich für mehrere Geschichten: über Automobilbau, Rennsport, Design und Wirtschaft im Osten. Bis Sonntag, den 21. Juni, ist das Fahrzeug zunächst in einer Preview im Johanneum zu sehen. Ab Frühjahr 2027 bekommt es dann einen festen Platz in der überarbeiteten Dauerausstellung „Straßenverkehr" - passend zum 75. Geburtstag des Museums.