Dresden. Eine Autorin, die zwischen zwei Sprachen lebt und sich am Ende für eine entschied: Olga Martynova ist Dresdens neue Stadtschreiberin. Für ein halbes Jahr bezieht die Schriftstellerin und Lyrikerin ein mietfreies Apartment in der Stadt, dazu erhält sie ein Stipendium – Zeit, um Dresden literarisch zu erkunden und am kulturellen Leben teilzunehmen.
Von Sibirien nach Dresden: der Weg der neuen Stadtschreiberin
Ihr Weg dorthin reicht weit: 1962 in Sibirien geboren, aufgewachsen in Leningrad, studierte sie russische Sprache und Literatur. Seit 1991 lebt sie in Deutschland, seit 2018 schreibt sie ausschließlich auf Deutsch. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet - 2012 mit dem renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis, im vergangenen Jahr für ihren Gedichtband „Such nach dem Namen des Windes" mit dem Peter-Huchel-Preis. Die Jury überzeugte sie mit einer poetischen Sprache, die persönliche Erfahrung und literarische Tradition verbindet und immer wieder neue Blicke auf Erinnerung und Geschichte öffnet.