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Ikone der DDR-Autogeschichte: Dresdens Verkehrsmuseum kämpft um einen seltenen Melkus RS 1000

Ikone der DDR-Autogeschichte: Dresdens Verkehrsmuseum kämpft um einen seltenen Melkus RS 1000
Ein solcher Melkus RS 1000 soll ab 2027 im Dresdner Verkehrsmuseum zu bestaunen sein. Darum werden auf der Crowdfundungseite 99Funken.de bis Mitte Mai Spenden gesammelt. Foto: Verkehrsmuseum Dresden
Von: Cornelius de Haas

Er gilt als Ikone ostdeutscher Ingenieurskunst: der Melkus RS 1000. Jetzt setzt sich das Verkehrsmuseum Dresden dafür ein, eines der seltenen Fahrzeuge dauerhaft für die Öffentlichkeit zu bewahren. Seit dem 9. März 2026 läuft auf der Plattform 99funken eine Crowdfunding-Kampagne, mit der die letzte Finanzierungslücke für den Kauf des legendären DDR-Sportwagens geschlossen werden soll.

Spendenkampagne soll Kauf des Kultautos ermöglichen

Der Gesamtpreis für den historischen Wagen beträgt 115.000 Euro. Ein Teil der Summe wird bereits durch die Kulturstiftung der Länder sowie durch Eigenmittel des Museums getragen. Um den Erwerb endgültig zu sichern, hofft das Museum nun auf zusätzliche Unterstützung aus der Bevölkerung..

Das Ziel der Kampagne liegt bei 15.000 Euro, wobei bereits 10.000 Euro als Mindestschwelle erforderlich sind, damit das Projekt umgesetzt werden kann. Unterstützerinnen und Unterstützer können noch bis zum 15. Mai 2026 spenden.

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Warum der Melkus RS 1000 so besonders ist

Der Melkus RS 1000 ist ein außergewöhnliches Kapitel der deutschen Automobilgeschichte. Ab 1969 wurde der Sportwagen in Dresden in aufwendiger Handarbeit gefertigt – insgesamt entstanden nur rund 100 Exemplare des straßenzugelassenen Rennwagens.

Entwickelt wurde das Fahrzeug von Heinz Melkus, einem Dresdner Rennfahrer und Konstrukteur. Seine Erfahrungen aus dem Motorsport prägten die Technik des Wagens maßgeblich. Dazu gehörten:

  • eine leichte, aerodynamische GFK-Karosserie,
  • präzise abgestimmte Fahrwerkslösungen,
  • sowie ein modifizierter Dreizylindermotor aus dem Wartburg, der zu einem deutlich leistungsstärkeren Hochdrehzahlmotor weiterentwickelt wurde.

Das Besondere: Der RS 1000 war renntauglich und zugleich straßenzugelassen. Fahrer konnten also direkt mit dem eigenen Fahrzeug zur Rennstrecke fahren – ein Konzept, das ihn deutlich von reinen Rennprototypen unterschied.

Ein Symbol für Erfindergeist in der DDR

Der Melkus RS 1000 steht bis heute für Kreativität, Improvisation und Leidenschaft im DDR-Automobilbau. In einem Umfeld, das von Materialknappheit und politischen Einschränkungen geprägt war, gelang es dennoch, einen echten Sportwagen zu entwickeln.

Damit ist das Fahrzeug mehr als ein technisches Objekt: Es gilt als Symbol für den Erfindergeist einer Mangelwirtschaft – und für den Willen, automobile Visionen trotz schwieriger Bedingungen umzusetzen.

Warum sich das Museum das Fahrzeug sichern will

Viele der erhaltenen Fahrzeuge befinden sich heute in privaten Sammlungen. Für das Verkehrsmuseum Dresden wäre der Erwerb daher eine seltene Chance, ein Original dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen.

Geplant ist, den Wagen wissenschaftlich aufzuarbeiten und in die Ausstellung einzubinden. Museumsdirektor Michael Vogt möchte den Sportwagen pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2027 in der Dauerausstellung zum Straßenverkehr präsentieren. Bereits vor sieben Jahren, zum 50. Geburtstag des RS 1000, hatte das Verkehrsmuseum zum Treffen "der Ferraris des Ostens" geladen und 40 Exemplare im Stallhof hinter dem Johaneum erwartet.

Unterstützer erhalten besondere Dankeschöns

Die Crowdfunding-Kampagne bietet verschiedene Dankeschön-Stufen, unter anderem:

  • 20 Euro: Bastelbogen des legendären Sportwagens
  • 1.000 Euro: exklusives Fotoshooting mit dem Melkus RS 1000

Wer dazu beitragen möchte, dieses Stück ostdeutscher Automobilgeschichte zu bewahren, kann die Kampagne direkt über die Plattform 99funken unterstützen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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