Rekord in Dresden: Wie Sachsens Startups gerade die Wirtschaft von morgen revolutionieren
Dresden. Noch vor zwei Jahren passte die Veranstaltung in einen Hangar am Flughafen, rund tausend Gäste kamen. An diesem Mittwoch füllten mehr als doppelt so viele die Messe Dresden: Über 2.000 Menschen aus Start-ups, Mittelstand, Wissenschaft, Kapital und Politik machten die Sächsische Innovationskonferenz 2026 zum größten Branchentreffen ihrer Art im Freistaat. Das Wachstum ist selbst schon eine kleine Erfolgsgeschichte - und passte zum Motto des Tages: „Next Level Transformation".
Auf sechs Bühnen wechselten sich Keynotes, Panels, Pitches und Workshops ab. Mehr als 100 Rednerinnen und Redner traten auf, rund 200 Ausstellende machten sächsische Innovationen zum Anfassen erlebbar.
Politik, Konzerne und ein Blick über die Landesgrenze
Die Rednerliste war prominent besetzt: Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wirtschaftsminister Dirk Panter kamen ebenso wie Brainlab-Chef Rainer Birkenbach, TRUMPF-CIO Thomas Speck und die Tech-Autorin Annahita Esmailzadeh. Inhaltlich ging es um Zukunftstechnologien, unternehmerische Transformation, Wachstum und Kapital - Themen, die in Dresden derzeit besonders sichtbar sind. Im September 2026 setzt die Stadt mit der zweiten Auflage der Messe „Brains on Silicon" nach, die internationale KI-Spitzen zusammenbringt.
Ein Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der Verbindung verschiedener Innovationsökosysteme. Mit Bayern als Partnerregion und internationalen Impulsen warb die Konferenz dafür, Transformation über Branchen-, Disziplin- und Landesgrenzen hinweg gemeinsam zu denken.
Sächsischer Staatspreis für Gründen: erstmals mit Scale-up-Kategorie
Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Gründen, den der Freistaat bereits zum 26. Mal vergab. Aus 116 Bewerbungen wählte eine Fachjury in zwei Runden die Sieger aus. Neu im Wettbewerb ist in diesem Jahr die Kategorie „Scale-up des Jahres" - ein Zeichen dafür, dass die sächsische Szene zunehmend auch reifere, wachstumsstarke Unternehmen hervorbringt.
Wirtschaftsminister Panter betonte, Innovation entstehe dort, wo Menschen den Mut hätten, Ideen in konkrete Lösungen zu übersetzen - genau solche Gründerinnen und Gründer brauche der Wirtschaftsstandort. futureSAX-Geschäftsführerin Susanne Stump hob die Bandbreite der Einreichungen hervor, von wissenschaftsbasiertem DeepTech bis zu praxisnahen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Preisträger 2026 im Überblick
Newcomer des Jahres

Oxaphil GmbH (Dresden) entwickelt Polyoxazoline als neuartige Lösungsvermittler für Pharma und Kosmetik - sie verbessern Löslichkeit und Stabilität von Inhaltsstoffen.
Start-up des Jahres

Meliodays Medical GmbH (Leipzig) arbeitet an einer lokal wirkenden, nicht-hormonellen Therapie gegen starke Menstruationsschmerzen - wirksam direkt am Entstehungsort.
Scale-up des Jahres

DEMECAN GmbH (Ebersbach) produziert in Sachsen medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Qualität und sichert so eine unabhängige, verlässliche Versorgung.
Sonderpreis NextGen (bis 21 Jahre)

Elbklar GmbH (Coswig) reinigt Fassaden, Fenster, Solaranlagen und Schilder per Drohne - das spart Zeit, ist sicher und stört den Alltagsbetrieb kaum.
Bemerkenswert ist die Spannweite der ausgezeichneten Ideen: ein DeepTech-Materialunternehmen, eine medizinische Innovation für Millionen Betroffene, ein etablierter Cannabis-Produzent und ein junges Drohnen-Start-up. Diese Vielfalt - getragen von einem boomenden Halbleiter- und Hightech-Cluster - macht den Innovationsstandort Sachsen aus.