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Neustart für den Elberadweg: Dresden plant Radmagistrale bis zur Carolabrücke neu

Radfahrer auf dem Elberadweg in Dresden-Blasewitz, Blickrichtung Waldschlößchenbrücke und Elbschlösser bei bewölktem Wetter.
Radverkehr am Dresdner Elbufer: Blick von Blasewitz stromabwärts in Richtung Johannstadt. Im Hintergrund zeichnen sich die Elbschlösser am Hang ab – ein Bereich, der künftig Teil einer durchgehenden Radmagistrale bis zur Carolabrücke werden soll. Foto: CdH
Von: Dresden News
Nach fast 15 Jahren Planungsgeschichte zieht die Stadt Dresden einen Schlussstrich unter das bisherige Genehmigungsverfahren für den Elberadweg am Käthe-Kollwitz-Ufer. Während die Verwaltung von einer strategischen Neuausrichtung spricht, bedeutet der Schritt faktisch das Ende der bisherigen Entwürfe. Ein neues Verfahren soll nun den gordischen Knoten zwischen Naturschutz und Radverkehr lösen.

Dresden ordnet seine Prioritäten am Elbufer neu. Das seit 2011 laufende Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Elberadwegs zwischen der Johannstädter Fähre und dem Blauen Wunder wurde offiziell beendet. Damit reagiert das Rathaus auf die veränderten rechtlichen und ökologischen Rahmenbedingungen, die das alte Projekt nach jahrelangem Stillstand blockiert hatten. Doch der Abbruch ist kein generelles Aus: Die Stadt kündigte zeitgleich ein neues, erweitertes Planungsverfahren an, das nun den gesamten Abschnitt ab der Carolabrücke umfasst.

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Das Ende einer unendlichen Geschichte

Hinter der Entscheidung steht eine langjährige Hängepartie, über die zuletzt auch die Sächsische Zeitung kritisch berichtete. Das ursprüngliche Verfahren musste über ein Jahrzehnt ruhen, da der Rechtsstreit um die Waldschlösschenbrücke alle anderen Bauvorhaben im betroffenen FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) juristisch blockierte. Erst mit dem Abschluss des Brücken-Verfahrens im Jahr 2025 wurde der Weg für den Radweg wieder frei – theoretisch.

In der Praxis erwiesen sich die Pläne von 2011 jedoch als veraltet. „Wegen der langen Zeitdauer hätten alle Umweltuntersuchungen komplett überarbeitet werden müssen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Ein zeitlicher Vorteil gegenüber einer Neuplanung sei daher nicht mehr gegeben. Zudem hätte die Fortführung des alten Verfahrens bedeutet, sich mit Hunderten veralteten Einwendungen auseinandersetzen zu müssen, was den Prozess weiter verzögert hätte.

Kritik am „Zurück auf Los“

Trotz der Argumente der Stadt stößt der Stopp des alten Verfahrens auf Kritik. Für Beobachter und Verkehrsinitiativen markiert das Ende des Planfeststellungsverfahrens einen herben Rückschlag, da mühsam erarbeitete Kompromisse nun hinfällig sind. Dass Dresden nun wieder bei der Vorplanung beginnt, wird von Kritikern als Eingeständnis gewertet, dass über ein Jahrzehnt wertvolle Zeit verloren ging.

Die Stadtverwaltung hält dagegen: Die damalige Vorzugsvariante – ein parallel verlaufender Weg – entspreche nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und würde unter aktuellen Naturschutzauflagen kaum noch genehmigt werden. „Das neue Genehmigungsverfahren schafft gegenüber einer Fortsetzung des früheren Verfahrens deutlich mehr Planungssicherheit“, heißt es aus dem Rathaus.

Fokus auf den gesamten Elbraum

Der neue Planungsansatz ist deutlich ambitionierter als der alte. Statt nur das Teilstück ab der Fähre zu betrachten, wird nun die gesamte Strecke ab der Carolabrücke inklusive wichtiger Querwege in die Stadtteile hinein überplant. Damit reagiert die Stadt auf Beschlüsse der politischen Gremien, die eine durchgängige und sicherere Radmagistrale fordern.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem sensiblen Naturraum. Die Johannstädter Elbwiesen sind durch mehrere Schutzkategorien, wie das Flächennaturdenkmal „Glatthaferwiese“, streng geschützt. Um Klagen von Naturschutzverbänden vorzubeugen, werden die ökologischen Gutachten nun bereits in die frühe Vorplanung integriert. Ziel ist es, eine Trasse zu finden, die sowohl den Anforderungen des Artenschutzes als auch dem Hochwasserschutz gerecht wird.

Zeitplan bis 2026

Für die Radfahrer in Dresden bedeutet die Entscheidung vor allem eines: Geduld. Die aktualisierte Vorplanung für den erweiterten Abschnitt zwischen Carolabrücke und Blauen Wunder soll erst Ende 2026 abgeschlossen sein. Erst danach folgen die Entwurfsplanung und das eigentliche Genehmigungsverfahren. Ob der Bau der Radwegeverbindung im sensiblen Elbraum nach dem Neustart tatsächlich schneller vorangeht als im ersten Anlauf, bleibt abzuwarten.

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