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Millionen Volt aus Kaditz: Wer steckt hinter der neuen Dresdner Straßenbahn?

Perspektivische Außenaufnahme einer Straßenbahn auf den Gleisen. Die Bahn ist mit dunkler Folie, leuchtend blauen Blitzen, dem roten und weißen HIGHVOLT-Logo sowie dem Schriftzug „highvolt.com/karriere“ foliert.
Blickfang im Nahverkehr: Die Dresdner Firma HIGHVOLT schickt eine Straßenbahn im spektakulären Blitz-Design auf Linie. Der Prüftechnik-Spezialist aus Kaditz nutzt die mobile Werbung, um bekannter zu werden und Personal zu werben. Foto: Julius Erler
Von: Cornelius de Haas
Sie bauen bis zu 15 Meter hohe Prüfanlagen für die globale Energiewende, doch in der eigenen Heimat kennt kaum jemand ihren Namen. Warum ein Dresdner Weltmarktführer jetzt im Stadtbild aufrüstet.

Dresden. Durch die Stadt rollt jetzt eine auffällig gestaltete Straßenbahn, die für eine Firma wirbt, von der die meisten Fahrgäste vermutlich noch nie gehört haben. Am Mittwoch, dem 9. September, schickte der Hochspannungsspezialist HIGHVOLT die Bahn zu einer Sonderfahrt durch Dresden und weihte sie gemeinsam mit Beschäftigten, Kooperationspartnern und gesponserten Vereinen noch einmal ein. Damit wolle das Unternehmen bei den Dresdnern bekannter werden und zugleich neue Mitarbeiter gewinnen, hieß es.

Große Personengruppe und zwei Maskottchen stehen lächelnd vor einer Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Die Bahn ist im HIGHVOLT-Design mit blauen Blitzen bedruckt. Das Foto entstand auf einem Betriebshof unter leicht bewölktem Himmel.
Einweihung auf Schienen: Das Team des Dresdner Unternehmens HIGHVOLT präsentiert mit Partnern und Maskottchen die neu gestaltete DVB-Straßenbahn. Mit der Blitz-Optik will der Weltmarktführer für Prüftechnik neue Fachkräfte anlocken. Foto: Andreas Scheunert

HIGHVOLT sitzt in Kaditz und baut Anlagen, mit denen sich Transformatoren, Kabel und Schaltanlagen auf ihre Belastbarkeit prüfen lassen, bevor sie in Stromnetzen verbaut werden. Manche dieser Prüfanlagen arbeiten mit mehreren Millionen Volt und werden bis zu 15 Meter groß. Mehr als 90 Prozent der Systeme gehen nach Unternehmensangaben in den Export.

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Hochspannungsprüftechnik aus Dresden für Netze weltweit

Die Wurzeln reichen bis 1904 zurück, als in Dresden die Firma Koch & Sterzel entstand. 1995 gliederte Siemens den Bereich Hochspannungsprüftechnik aus, seit 2002 gehört HIGHVOLT zur Maschinenfabrik Reinhausen. Als weltweiten Marktführer für Hochspannungsprüf- und Messtechnik bezeichnet sich das Unternehmen selbst, so führt es auch die sächsische Wirtschaftsförderung.

Eine lächelnde Frau in schwarzem HIGHVOLT-T-Shirt und grauer Arbeitshose steht im Vordergrund. Direkt hinter ihr ist die Außenwand einer Straßenbahn zu sehen, die bedruckt ist mit der Aufschrift „WENN IHR NOCH BESSER ANKOMMEN VOLT: HIGHVOLT“ und ihrem Porträt.
Mitarbeitersuche mit Augenmaß: Eine HIGHVOLT-Mitarbeiterin steht vor der neuen Straßenbahn, auf der ihr eigenes Konterfei prangt. Das Unternehmen sucht wegen der weltweiten Nachfrage nach Prüftechnik intensiv neue Fachkräfte. Foto: Julius Erler

Wachsen lässt die Firma vor allem die Energiewende. Weil weltweit neue Leitungen und Umspannwerke entstehen, steigt die Nachfrage nach Prüftechnik, und HIGHVOLT braucht mehr Leute. In den vergangenen zwei Jahren habe das Unternehmen knapp 200 Beschäftigte eingestellt und suche weiter, sagte Geschäftsführer Markus John am Mittwoch. Platz für den wachsenden Betrieb schuf sich HIGHVOLT bereits 2024 mit einem zweiten Produktionsstandort im nahen Klipphausen.

Energiewende treibt Wachstum und Personalsuche

Fachkräfte zu finden fällt auch einem Weltmarktführer nicht leicht. Wer in der eigenen Stadt sichtbarer wird, hofft auf mehr Bewerbungen. HIGHVOLT unterstützt außerdem die Dresdner Eislöwen, den PalaisSommer und die Filmnächte am Elbufer. Eine zweite gestaltete Straßenbahn soll Ende September dazukommen, entworfen wie die erste von der Dresdner Agentur Art Arminum.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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