Millionen Volt aus Kaditz: Wer steckt hinter der neuen Dresdner Straßenbahn?
Dresden. Durch die Stadt rollt jetzt eine auffällig gestaltete Straßenbahn, die für eine Firma wirbt, von der die meisten Fahrgäste vermutlich noch nie gehört haben. Am Mittwoch, dem 9. September, schickte der Hochspannungsspezialist HIGHVOLT die Bahn zu einer Sonderfahrt durch Dresden und weihte sie gemeinsam mit Beschäftigten, Kooperationspartnern und gesponserten Vereinen noch einmal ein. Damit wolle das Unternehmen bei den Dresdnern bekannter werden und zugleich neue Mitarbeiter gewinnen, hieß es.
HIGHVOLT sitzt in Kaditz und baut Anlagen, mit denen sich Transformatoren, Kabel und Schaltanlagen auf ihre Belastbarkeit prüfen lassen, bevor sie in Stromnetzen verbaut werden. Manche dieser Prüfanlagen arbeiten mit mehreren Millionen Volt und werden bis zu 15 Meter groß. Mehr als 90 Prozent der Systeme gehen nach Unternehmensangaben in den Export.
Hochspannungsprüftechnik aus Dresden für Netze weltweit
Die Wurzeln reichen bis 1904 zurück, als in Dresden die Firma Koch & Sterzel entstand. 1995 gliederte Siemens den Bereich Hochspannungsprüftechnik aus, seit 2002 gehört HIGHVOLT zur Maschinenfabrik Reinhausen. Als weltweiten Marktführer für Hochspannungsprüf- und Messtechnik bezeichnet sich das Unternehmen selbst, so führt es auch die sächsische Wirtschaftsförderung.

Wachsen lässt die Firma vor allem die Energiewende. Weil weltweit neue Leitungen und Umspannwerke entstehen, steigt die Nachfrage nach Prüftechnik, und HIGHVOLT braucht mehr Leute. In den vergangenen zwei Jahren habe das Unternehmen knapp 200 Beschäftigte eingestellt und suche weiter, sagte Geschäftsführer Markus John am Mittwoch. Platz für den wachsenden Betrieb schuf sich HIGHVOLT bereits 2024 mit einem zweiten Produktionsstandort im nahen Klipphausen.
Energiewende treibt Wachstum und Personalsuche
Fachkräfte zu finden fällt auch einem Weltmarktführer nicht leicht. Wer in der eigenen Stadt sichtbarer wird, hofft auf mehr Bewerbungen. HIGHVOLT unterstützt außerdem die Dresdner Eislöwen, den PalaisSommer und die Filmnächte am Elbufer. Eine zweite gestaltete Straßenbahn soll Ende September dazukommen, entworfen wie die erste von der Dresdner Agentur Art Arminum.