Dresden. 2,8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben eingenommen, 38,5 Millionen Warenpositionen abgefertigt, 2,8 Tonnen Rauschgift sichergestellt: Die Jahresbilanz des Hauptzollamtes Dresden liest sich wie die Kurzfassung eines sehr langen Arbeitstages, wie die Behörde jüngst Mai mitteilte. Rund 1.300 Zöllnerinnen und Zöllner sind im Zuständigkeitsbereich tätig, der neben Dresden auch Leipzig umfasst. 12.300 Quadratkilometer, begrenzt von 330 Kilometern Außengrenze zu Tschechien und Polen. Wer also glaubt, der Zoll sitze gemütlich am Schlagbaum und winke Autos durch, hat die Rechnung ohne die Dresdner gemacht.
Cannabis kommt per Luftpost – und aus den USA
Weniger ein Drama, mehr eine logistische Pointe: Die sichergestellten Cannabisprodukte stiegen von 532 auf fast 2.400 Kilogramm. Wer jetzt an waghalsige Drogenringe denkt, liegt nur halb richtig. Der Großteil stamme aus Kontrollen von Luftfrachtsendungen am Zollamt Flughafen Leipzig, erklärt die Behörde - 160 der rund 200 Aufgriffe waren Transitsendungen, die Ware also nicht mal für Deutschland bestimmt. Schuld sei ein weltweiter Preisverfall durch Überproduktion, unter anderem in den USA. Cannabis ist billiger geworden, was den Schmuggel in industriellen Mengen attraktiver macht. Der Markt grüßt.


