Dresden/Bad Schandau. Es war kurz nach halb zehn am Dienstagmorgen, als sich die Stimmung im Railjet von Berlin nach Dresden schlagartig drehte. Ohne erkennbaren Anlass soll ein 46-jähriger Tscheche eine 37-jährige Frau angespuckt haben - und kurz darauf einen 72-jährigen Mitreisenden tätlich angegriffen haben. Im Zug herrschte Aufruhr, der Betrieb geriet ins Stocken.
Als der Zug in den Bahnhof Dresden-Neustadt rollte, machte sich der Mann aus dem Staub und tauchte zunächst unter. Erst die alarmierten Beamten der Bundespolizei brachten beim Gespräch mit dem Zugpersonal noch ein Detail ans Licht: Ein gültiges Ticket hatte der Flüchtige ohnehin nie besessen.
Doch er kam nicht weit. Zeugen hatten beobachtet, wie er in eine S-Bahn Richtung Bad Schandau gestiegen war. Die Bundespolizei in Berggießhübel wurde sofort verständigt - und wartete bereits, als der Zug um 10:43 Uhr planmäßig einfuhr. Direkt am Bahnsteig klickten die Handschellen.
Gegen den 46-Jährigen ermittelt die Bundespolizei nun wegen Körperverletzung und des Erschleichens von Leistungen.