Kurz gesagt: Zum Dresdner Stadtfest gibt es einen eigenen Null-Euro-Schein. Er zeigt die Stadtfestbühne vor der Semperoper unter einem Feuerwerk, erscheint in einer limitierten Auflage von 3.000 Stück und kostet 6 Euro. Zwei Drittel davon – vier Euro je Schein – fließen in die Sanierung des Römischen Bades im Schloss Albrechtsberg. Verkauft wird der Schein von der Dresden Information in der QF-Passage am Neumarkt und während des Stadtfestes vom 14. bis 16. August 2026 auf dem Schlossplatz.
Ein Souvenir, das mitbaut
Souvenirs haben selten eine zweite Aufgabe. Meist landen sie in der Schublade und erinnern dort an einen schönen Tag. Dieser hier tut etwas mehr: Wer den Null-Euro-Schein zum Canaletto kauft, gibt sechs Euro aus – und vier davon gehen an ein Bauwerk, das ein paar Kilometer elbaufwärts seit Jahren auf Geld wartet.
Das Motiv passt zum Anlass. Zu sehen ist die große Stadtfestbühne vor der Semperoper, über der ein Feuerwerk den Himmel erleuchtet – künstlerisch verdichtet, wie es die Dresden Information beschreibt. Die Rückseite bleibt beim klassischen Euro-Souvenir-Design. Mit 3.000 Exemplaren ist die Auflage überschaubar; wer sammelt, sollte sich nicht allzu lange Zeit lassen.
Wofür das Geld gebraucht wird
Das Römische Bad liegt im Park von Schloss Albrechtsberg am Elbhang – eine Anlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im italienischen Stil, mit einem großen Wasserbecken, einer Fontäne und 16 korinthischen Säulen, die im Halbkreis angeordnet sind. Zwei kleine Tempel begrenzen das Ensemble. Bis in die 1990er Jahre diente das Becken den Dresdnerinnen und Dresdnern zeitweise als Schwimmbad. Danach folgten Jahrzehnte des Verfalls, 2012 wurde das Gelände gesperrt.
Seit 2025 läuft der erste Bauabschnitt. Er soll voraussichtlich bis Herbst 2027 abgeschlossen sein und kostet rund 4,2 Millionen Euro, von denen 2,58 Millionen aus Fördermitteln stammen. Wiederhergestellt wird zunächst der westliche Portikus, der östliche war bereits 2014 saniert worden. Eine Besonderheit dieser Baustelle: In den Kolonnaden lebt eine große Kolonie Abendsegler, weshalb jedes Jahr nur zwischen Frühjahr und Mitte August gearbeitet werden darf.
Knapp wird es beim zweiten Bauabschnitt. Dort geht es um das Wasserbecken und die Brunnentechnik, damit die Fontäne wieder sprudeln kann – und genau dafür fehlt der Stadt noch Geld. Sie wirbt deshalb 2026 mit Konzerten, Führungen und Veranstaltungen um Spenden. Der Null-Euro-Schein reiht sich in diese Kampagne ein. Fertig und wieder öffentlich zugänglich soll die Anlage 2029 sein. Gebadet wird darin allerdings auch dann nicht mehr.