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Fledermäuse machen Platz: Arbeiten am Römischen Bad starten

Baustelle am Römischen Bad in Dresden: Ein hohes Baugerüst umschließt die halbkreisförmigen Kolonnaden unterhalb von Schloss Albrechtsberg. Ein gelbes Banner mit der Aufschrift „Bald wieder lebendig!“ hängt am Gerüst, im Vordergrund steht ein blauer Anhängerkran.
„Bald wieder lebendig“: Nach dem Auszug der Fledermäuse hat die Sanierung der Kolonnaden am Römischen Bad in Dresden begonnen. Für die Arbeiten an den historischen Sandsteinsäulen unterhalb von Schloss Albrechtsberg bleibt den Restauratoren Zeit bis Mitte August. Foto: CdH
Von: Dresden News
Die Sanierung des historischen Ensembles am Schloss Albrechtsberg nimmt Fahrt auf. 150.000 Euro Spenden sind eingegangen – und noch am Mittwochabend soll ein Förderverein gegründet werden.

Dresden. Wer dieser Tage den Weg vom Körnerweg hoch zum Schloss Albrechtsberg nimmt, sieht: Am Römischen Bad tut sich was. Seit gut einer Woche steht das Gerüst an den Kolonnaden – endlich. Denn in diesem Frühjahr haben sich die Fledermäuse Zeit gelassen. Erst in der Woche vor Ostern verließen die letzten der von der Stadt auf mehr als 1.000 Exemplare geschätzten Abendsegler ihr Nest unterhalb der Säulengänge. „Die Fledermäuse hatten endlich ein trockenes Winterquartier", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn – ein kleiner Erfolg, der zeigt, dass die Abdichtungsarbeiten des vergangenen Jahres gewirkt haben.

Nun läuft die Uhr. Bis zum 16. August muss das Gerüst wieder abgebaut sein, dann beginnt die Schutzzeit der Tiere erneut. Projektleiterin Romy Eichler erklärt, was in diesen knapp vier Monaten passiert: Die Sandsteinsäulen werden gereinigt und ausgebessert, eine Stützwand im Hang mit Metallstäben verankert, Balustraden demontiert, restauriert und neu befestigt. Putz- und Malerarbeiten, die die ursprüngliche Farbfassung wiederherstellen, dürfen auch nach der Rückkehr der Fledermäuse im Herbst fortgesetzt werden.

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Der bereits sanierte Ostflügel des Römischen Bades in Dresden mit korinthischen Säulen und rötlicher Fassadengestaltung. Im Vordergrund parkt ein kleiner Terex-Radlader neben einem Sandhaufen auf der Baustelle.
Vorbild für die aktuelle Sanierung: Der bereits 2014 restaurierte Ostflügel des Römischen Bades vermittelt einen Eindruck der künftigen Pracht, während davor die Baumaschinen für den jetzt angelaufenen ersten Bauabschnitt bereitstehen. Foto: CdH

Der große Traum – die Fontäne, die einst bis zu 30 Meter hoch schoss – bleibt vorerst Zukunft. Die Arbeiten am Wasserbecken und der Brunnentechnik sollen 2027 beginnen. Der Betonboden aus Pionierpalastzeiten wird dann zurückgebaut und ein neues Becken nach historischem Vorbild errichtet. „Ein Stück Dolce Vita in Dresden entsteht hier", sagt Kühn.

Der laufende erste Bauabschnitt – Portikus, Kolonnaden, Treppen – kostet insgesamt 4,2 Millionen Euro. Davon tragen Bund und Freistaat zusammen rund 2,58 Millionen Euro als Fördermittel, den Rest finanziert die Stadt aus dem eigenen Haushalt. Kühn betont: „Wir bleiben beim ersten Bauabschnitt – Stand heute – im Budget."

Für den zweiten Bauabschnitt, der mit weiteren 3,5 Millionen Euro veranschlagt ist, fehlt hingegen noch die Finanzierung – und das ist die eigentliche Herausforderung. Rund 150.000 Euro - davon 6.000 Euro aus einem Benefizkonzert - sind seit Mai 2025 auf dem städtischen Spendenkonto eingegangen, das Ziel liegt bei einer Million. Erst dann kann die Stadt weitere Fördermittel – unter anderem wieder aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes – beantragen. Kühn hält den bisherigen Spendenstand dennoch für bemerkenswert: „Spenden an die Landeshauptstadt sind für die Menschen verständlicherweise eine Hürde – gerade in diesen Zeiten mit vielen Unsicherheiten."

Rückenwind kommt nun aus der Bürgerschaft selbst: Noch am heutigen Mittwochabend soll ein Förderverein gegründet werden, der das Engagement für das Römische Bad bündeln soll. Außerdem ist für den Sommer eine Auftaktveranstaltung mit einem noch nicht genannten Partner geplant, die die Spendenkampagne neu beleben soll.

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