Dresdner SC trauert um seinen Mister Volleyball
Der Dresdner SC trauert um einen seiner wichtigsten und zugleich bekanntesten Macher und Führungspersönlichkeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Wolfgang Söllner, von 2013 bis 2022 Präsident des Mehrspartenvereins Dresdner SC, ist am Sonntagmorgen im Alter von 67 Jahren verstorben. Das teilte sein Herzensverein im Namen seiner Frau Anne-Britt am Montag mit.
"In diesen neun Jahren hat er unseren Verein maßgeblich weiterentwickelt und die Grundlagen für vieles geschaffen, was den DSC heute ausmacht", erklärt die DSC-Spitze in ihrem emotionalen Nachruf. "Er stärkte die hauptamtlichen Strukturen, um das Ehrenamt zu entlasten, modernisierte unseren Vereinsauftritt mit einem gemeinsamen Logo und trieb das Thema Digitalisierung voran. Gleichzeitig setzte er sich für den Leistungssport ebenso ein wie für den Breiten-, Gesundheits- und Nachwuchssport und förderte wichtige Themen wie den Kinder- und Jugendschutz."
Der erfolgreiche Jurist litt seit vielen Jahren an Morbus Parkinson, einer chronisch fortschreitenden, unheilbar neurodegenerativen Nervenkrankheit. Diese lähmt nach und nach die Bewegungsfähigkeit, den Sprachtypus und -rhythmus.
Seine Erkrankung machte der groß gewachsene Mann vor knapp drei Jahren öffentlich. „Das ist für mich wie ein Befreiungsschlag. Das Anstarren und Tuscheln hat jetzt hoffentlich ein Ende“, hatte er damals in einem Gespräch mit der Sächsischen Zeitung betont.
„Termine, Sitzungen, Präsentieren: Das alles fällt mir im Zuge der Erkrankung nicht mehr so leicht wie früher.“ Söllner war einer, der sich gern in den Wind gestellt, gern gestaltet, Ideen kreiert, gefordert und gefördert hat. Mal laut, mal leise, geradlinig, als lustvoller Streiter, stets offen für bessere Argumente.
Letzter DSC-Besuch: Beim Supercup am 3. Oktober
Und die brauchte Wolfgang Söllner selbst. Der gebürtige Münsteraner ging keinem Ehrenamt aus dem Weg, agierte von 2002 knapp über ein Jahrzehnt als Abteilungsboss der erfolgreichen Volleyballerinnen, an die er auch sein Herz verloren hatte.
Noch beim Supercup am 3. Oktober in Coburg zwischen seinem DSC und dem späteren Sieger VfB Suhl saß er mit im Publikum, als stiller, aber zutiefst emotionaler Beobachter.
Für sein Engagement – u.a. als Vizepräsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) oder Chef des Sächsischen Sportverbandes Volleyball (SSVB) – wurde Söllner 2025 mit dem Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

„Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Gleichzeitig bleiben die Spuren, die Wolfgang hinterlassen hat: bei den DSC-Volleyballerinnen, im Dresdner Sportclub, im deutschen Volleyball und vor allem bei den Menschen, die ihm begegnen durften“, schrieb die DSC-Volleyballsparte in einem Nachruf auf Social Media.
Söllner war eine Persönlichkeit, vor der sich auch der DVV verneigte. Bei seinem offiziellen Abschied im November 2022 durfte Wolfgang Söllner mit einer Ausnahmegenehmigung des Verbandes als Mitglied des DSC-Trainerstabes auf der Auswechselbank sitzen.
Dort, wo er emotional betrachtet immer hingehörte. Nah an den Menschen, nah an seinen Volleyballerinnen. Und diese besondere Nähe, die wird bleiben. Der Klub arbeitet nun an weiteren Details, um das Wirken Söllners nachhaltig zu ehren.
"Wolfgang Söllner hinterlässt nicht nur ein beeindruckendes sportliches und ehrenamtliches Lebenswerk. Für viele von uns war er über all die Jahre ein geschätzter Wegbegleiter, Ratgeber und Freund", hob der Gesamtverein hervor.