Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Dresdens schönster Dorfkern kehrt zurück

Blick auf die neu asphaltierte Straße und die gepflasterten Gehwege des historischen Dorfangers Altdobritz in Dresden. Auf der linken Seite steht ein gut erhaltenes, altes Fachwerkhaus, auf der rechten Seite eine klassische, schwarze Kandelaber-Laterne. Im Hintergrund sind vereinzelte Baustellenabsp
Ein historisches Kleinod erstrahltschon fast in neuem Glanz: Nach einer fünfjährigen Mammut-Sanierung wird der denkmalgeschützte Dorfanger in Altdobritz am Freitag endlich offiziell für den Verkehr freigegeben. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Fünf Jahre lang wurde gegraben, gepflanzt und gepflastert - jetzt zieht die Stadt den Schlussstrich. Zwischen dem kultigen Spielplatz „Möhre trifft Rübe“ und historischen Denkmälern ist im Dresdner Südosten eine echte Wohlfühloase entstanden. Am Freitag fällt die letzte Absperrung.

Dresden. Fünf Jahre lang wurde gegraben, gepflanzt und gepflastert - jetzt ist es geschafft: Der historische Dorfkern Altdobritz im Dresdner Südosten erstrahlt in neuem Glanz. Am Freitag, 12. Juni, gibt die Stadt den denkmalgeschützten Dorfanger offiziell für den Verkehr frei. In den vergangenen Jahren ließ die Verwaltung den Spielplatz modernisieren, die historische Wegesäule wieder aufstellen, einen kleinen Park anlegen sowie Straßen und Fußwege grundhaft erneuern.

„Altdobritz ist jetzt wieder ein richtiger Dorfplatz mit Sitzgelegenheiten als Treffpunkt", freut sich Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn. Man habe den einzigartigen Dorfanger geordnet, begrünt und mit moderner Infrastruktur ausgestattet - und Kühn ist überzeugt, dass die Anwohner „von jung bis alt ihre neue Ortsmitte gut annehmen und nutzen" werden.

Mehr aus dieser Kategorie

Dorfkern Altdobritz: Spielplatz „Möhre trifft Rübe" und ein Park an der Zwirnmühle

Den Anfang machten die schönen Dinge. Bereits im April 2021 öffnete der erweiterte Spielplatz mit dem charmanten Namen „Möhre trifft Rübe" - seither klettern, rutschen und schaukeln dort die Kinder. Ein Jahr später verwandelte die Stadt eine ungeordnete Freifläche in den „Park an der Zwirnmühle". Geschwungene Wege und blau blühende Stauden erinnern dort an den früheren Mühlbach.

Genau dort steht heute auch der größte Blickfang des Projekts: eine restaurierte historische Wegesäule. Sie kehrte eigens aus dem Lapidarium zurück - dem städtischen Depot für bewahrte Bau- und Denkmalfragmente - und markiert nun wieder gut sichtbar die Ortsmitte.

Letzter Bauabschnitt in Altdobritz: barrierefreie Wege, neue Bäume, LED-Laternen

Der eigentliche Kraftakt kam zum Schluss. Zwischen Oktober 2024 und Juni 2026 erneuerten die Bauleute die Straße Altdobritz sowie die angrenzende Lassalle-, Kaden- und Breitscheidstraße auf rund 400 Metern, samt Fußwegen. Die Sackgasse Altdobritz bekam hochwertiges Betonpflaster, um das historische Straßenbild wiederherzustellen, und die alten Kandelaber-Laternen wurden gereinigt und auf sparsame LED-Technik umgerüstet.

Für Fußgänger und Radfahrer wurde es zugleich sicherer: An Einmündungen und Kreuzungen senkte man die Bordsteine ab, die Bushaltestellen wurden verlegt, barrierefrei umgebaut und mit neuen Unterständen versehen. Acht Pkw-Stellplätze entstanden, einer davon für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Unter der Erde wurden sämtliche Gas-, Wasser-, Strom-, Fernwärme- und Telefonleitungen erneuert. Und obendrauf kamen 16 neue Bäume - darunter Obstgehölze wie Herbstapfel sowie Vogel- und Winterkirsche.

3,4 Millionen Euro: Wer die Sanierung des Dorfangers finanziert hat

Günstig war der letzte Abschnitt nicht: Rund 3,4 Millionen Euro kostete er. Ein Teil floss aus den Städtebauförderprogrammen „Zukunft Stadtgrün" und „Lebendige Zentren", zudem unterstützte der Freistaat Sachsen gezielt den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen. Den größten Brocken von rund 1,6 Millionen Euro trug die Stadt aus eigenen Mitteln. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der BISTRA Bau GmbH aus Putzkau, um die Bepflanzung kümmerte sich die Kohout's Garten- und Landschaftsbau GmbH aus Elstra.

Auch der Stadtbezirksbeirat Blasewitz steuerte Geld bei - und finanzierte liebevolle Details wie den neuen Schaukasten am Spielplatz und das Aufstellen der historischen Wegesäule. Eingebettet ist die Neugestaltung in die Stadterneuerung im Fördergebiet Dresden-Südost und in das Leitprojekt „Blaues Band Geberbach", das Prohlis und die Elbe künftig über einen Grünzug mit neuen Radwegen verbinden soll.

Geburtshaus des Malers Robert Sterl: Warum Altdobritz so besonders ist

Dass die Stadt so viel Aufwand betreibt, hat einen Grund: Altdobritz zählt zu den am besten erhaltenen historischen Ortslagen im Dresdner Südosten und ist in Struktur und Bausubstanz einzigartig für die Stadt. Das Ortsbild prägen denkmalgeschützte Gebäude wie der ehemalige Pahlitzschhof, historische Bauernhäuser und die alte Zwirnmühle.

Und noch eine Besonderheit verbirgt sich im Dorf: In Altdobritz steht das Geburtshaus des Malers Robert Sterl. Der Künstler prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts über mehrere Jahrzehnte als Professor der Kunstakademie das sächsische Kunstgeschehen maßgeblich. Wer also am 12. Juni über den frisch sanierten Anger spaziert, bewegt sich zugleich auf historischem Boden.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.