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Dresden: Wartung im Tunnel Wiener Platz - wann welche Röhre gesperrt ist

Blick auf die Einfahrt zum Tunnel am Wiener Platz in Dresden.
Sicherheit geht vor: Aufgrund notwendiger Wartungsarbeiten an der Tunneltechnik, wie der Brandmelde- und Verkehrssteuerung, kommt es in der ersten Juniwoche 2026 zu nächtlichen Sperrungen der Röhren am Wiener Platz. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Autofahrer in Dresdens Seevorstadt müssen sich Anfang Juni auf nächtliche Umwege einstellen: Von Montag bis Freitag wird der Tunnel Wiener Platz gewartet – jeweils zwischen 22 und 5 Uhr, abwechselnd in beiden Röhren. Tagsüber bleibt alles offen.

Dresden. Wer in der ersten Juniwoche nachts durch den Tunnel Wiener Platz will, braucht einen Plan B. Vom 1. bis 5. Juni 2026 wartet die Stadt die Tunneltechnik zwischen Sidonien- und Ammonstraße - und sperrt dafür nachts wechselseitig je eine Röhre, immer zwischen 22 und 5 Uhr. Tagsüber rollt der Verkehr normal.

Den Anfang macht die Nordröhre in Fahrtrichtung Kraftwerk Mitte: Sie ist in den beiden Nächten von Montag, 1. Juni, auf Dienstag und von Dienstag auf Mittwoch dicht. Hier führt die Umleitung „U1" ums Hindernis. Anschließend ist die Südröhre in Richtung Zoo dran – in den Nächten von Mittwoch, 3. Juni, auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag, ausgeschildert als „U2". Wichtig für Anwohner und Gäste: Während der Sperrungen kommt man nicht in die Tiefgaragen im Tunnel.

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Was im Tunnel geprüft wird: Von der Brandmeldeanlage bis zur Belüftung

Hinter der Aktion steckt Routine mit Sicherheitsrelevanz. Geprüft wird vor allem die Technik, die im Ernstfall Leben rettet – Brandmeldeanlage, Notrufeinrichtungen und Verkehrssteuerung. Dazu kommen Reinigungs- und Wartungsarbeiten an Beleuchtung, Schlitzrinnen, Notgehwegen sowie an den Belüftungs- und Abwasseranlagen.

Ausgeführt werden sie von der SPIE BTAT GmbH gemeinsam mit der Stadtreinigung und der Stadtentwässerung Dresden.

Jährliche Wartungswoche - dieses Mal vor entscheidender Sanierung

Was nach trockener Routine klingt, gehört in Dresden zum festen Frühsommer-Programm: Schon 2023 (22. bis 26. Mai), 2024 (27. bis 31. Mai) und 2025 (2. bis 6. Juni) wurde der Tunnel in exakt diesem Schema gesperrt – jeweils zuerst die Nord-, dann die Südröhre. 2026 markiert allerdings eine Zäsur. Die jetzige Wartung dürfte eine der letzten klassischen Pflegerunden sein, bevor Ende des Jahres die Hauptarbeiten zur Komplettsanierung der Tunneltechnik anlaufen.

Straßenbauamtschefin Simone Prüfer betont seit Monaten, wie dringend der Schritt sei: Die Anlagen entsprächen nur noch den Minimalanforderungen aus dem Jahr 2002, Ersatzteile seien für manche Komponenten gar nicht mehr aufzutreiben.

Vom Hochwasser-Totalschaden zur Daueraufgabe: Die Geschichte des Tunnels

Dass der Tunnel so akribische Pflege braucht, hat auch mit seiner bewegten Vergangenheit zu tun. Im September 2000 als zweiter Straßentunnel Dresdens – nach dem Tunnel im Plauenschen Grund – eröffnet, verbindet die Doppelröhre die Ammon- mit der Wiener und Sidonienstraße und ist heute Teil des innerstädtischen 26er-Rings.

Schon zwei Jahre nach der Inbetriebnahme schrieb das Bauwerk traurige Schlagzeilen: Beim Jahrhunderthochwasser am 12. August 2002 ergossen sich rund 450.000 Kubikmeter Weißeritz-Wasser in die Röhren und hinterließen einen Totalschaden an der kompletten Technik samt 4.500 Kubikmetern Schlamm. Erst nach neun Monaten Sanierung rollte der Verkehr am 15. Mai 2003 wieder. Seither läuft die Anlage zuverlässig – aber eben auf Technik, die ihre Lebensdauer längst überschritten hat. Genau das macht die jährliche Wartungswoche zur Pflichtübung.

Umleitungen U1 und U2: Das sollten Autofahrer jetzt wissen

Wer in den fünf Nächten Richtung Innenstadt oder zum Kraftwerk Mitte unterwegs ist, sollte ein paar Minuten mehr einplanen und den Umleitungen U1 beziehungsweise U2 folgen. Anwohner und Hotelgäste mit Stellplatz in den Tiefgaragen unter dem Wiener Platz müssen ihr Auto rechtzeitig herausfahren - oder bis 5 Uhr morgens warten. Tagsüber gilt: alles wie immer.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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