Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Dresden übt den Ernstfall: Mobiler Hochwasserschutz wird in Pieschen aufgebaut

Symbolbild einer mobilen Hochwasserschutzwand aus Metall mit Fokus auf eine mechanische Verschraubung und Halterung. Im Hintergrund ist eine unscharfe Naturkulisse an einem Gewässer zu sehen.
Technik, die schützt: Dieses Symbolbild verdeutlicht die Komplexität mobiler Schutzwände. Am 7. Mai probt Dresden in Pieschen den Aufbau solcher Aluminium-Elemente, um im Falle eines Elbe-Hochwassers innerhalb kürzester Zeit reagieren zu können. Foto: pixabay/distelAPPArath
Von: Cornelius de Haas
Am 7. Mai bauen städtische Fachkräfte an der Böcklinstraße eine 180 Meter lange Schutzanlage auf – Probe für den nächsten Elbe-Anstieg. Verkehrsbehinderungen sind möglich.

Dresden. Wer am Donnerstag, 7. Mai, durch Pieschen fährt, wird es merken: An der Böcklinstraße wird geübt. Von 6.30 bis 16 Uhr bauen Fachkräfte des städtischen Regiebetriebs Zentrale Technische Dienstleistungen eine mobile Hochwasserschutzanlage probeweise auf - 180 Meter lang, 80 Zentimeter hoch, aufgesetzt auf die bestehende Schutzmauer. Dazu kommt eine zwölf Meter breite Straßenquerung in Höhe der Flutrinne, 1,85 Meter hoch.

Betroffen ist der Abschnitt der Böcklinstraße zwischen Flutrinne und Kötzschenbrodaer Straße. Eine Umleitung ist ausgeschildert, die Kötzschenbrodaer Straße selbst bleibt frei. Bereits am Dienstag, 6. Mai, werden Container mit den Schutzelementen angeliefert – auch dabei kann es kurzzeitig eng werden.

Mehr aus dieser Kategorie

Warum geübt wird

"Der Probeaufbau schult die Mitarbeiter im Umgang mit den Elementen", erklärt Christina Schenk, Leiterin des Regiebetriebs. Im Ernstfall müssten alle Handgriffe schnell und fehlerfrei sitzen. Außerdem sollen bei dem Probeaufbau Mängel an der Anlage entdeckt und behoben werden, bevor sie wirklich gebraucht wird.

Beaufsichtigt wird der Aufbau von Sachverständigen der Landestalsperrenverwaltung, des städtischen Umweltamtes und des Brand- und Katastrophenschutzamtes – ein hochrangiger Beobachterkreis, der zeigt, wie ernst die Stadt diese Übung nimmt.

Pieschen und das Hochwasser: Eine lange Geschichte

Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Böcklinstraße ist das keine abstrakte Übung. Pieschen gehört zu den Dresdner Stadtteilen mit der höchsten Hochwassergefährdung. Das Augusthochwasser 2002 hat ganze Straßenzüge überflutet, 2013 folgte die nächste ernste Lage, und im Dezember 2023 stieg die Elbe erneut bedrohlich. Der Klimawandel macht Extremereignisse wahrscheinlicher – die Frage ist nicht ob, sondern wann das nächste große Hochwasser kommt.

Mobile Schutzanlagen sind dabei ein wichtiges Instrument: Sie schließen Lücken im festen Schutzsystem, können flexibel eingesetzt werden und sind kostengünstiger als permanente Bauwerke. Dass sie regelmäßig geprobt werden, ist nicht Bürokratie – sondern Vernunft.

Anwohnerinnen und Anwohner wurden nach Angaben der Stadt bereits informiert und gebeten, auch Mitarbeiter, Lieferanten und Gäste über die Einschränkungen am 6. und 7. Mai in Kenntnis zu setzen.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.