Spannungsrisse? Dresden untersucht Brücke Budapester Straße tiefer
Dresden. Eine einspurige Verkehrsführung, LKW-Sperrung, Proben von Spanngliedern und Beton: Was die Stadtverwaltung als technische Routinemaßnahme kommuniziert, dürfte bei vielen Dresdnerinnen und Dresdnern Erinnerungen wecken. Spannungsrisskorrosion – dieses Wort hat seit dem Teileinsturz der Carolabrücke im September 2024 einen festen Platz im städtischen Bewusstsein.
Vom 4. bis 13. Mai wird die Brücke Budapester Straße in Richtung Zentrum einspurig und für den LKW-Verkehr vollgesperrt. Der Grund: Im laufenden Monitoringsystem zur Überwachung der Spannungsrisskorrosion müssen Ergänzungen vorgenommen und Abweichungsmessungen durchgeführt werden. Ein konkreter Bereich der Brücke bedarf nach Angaben der Stadt einer weiteren Analyse. Erste Materialproben wurden bereits im Januar entnommen – jetzt folgen weitere, sowohl aus dem Fahrbahnbereich als auch von der Brückenunterseite.
Mit der Untersuchung beauftragt ist die Firma MKP GmbH–Marx Krontal Partner, ein auf Brücken- und Ingenieurbauwerke spezialisiertes Büro.
Kein Grund zur Panik – aber zur Aufmerksamkeit
Die Stadt betont, dass die Brücke dauerhaft messtechnisch überwacht wird und die Sperrung dem planmäßigen Monitoring dient. Eine akute Gefährdung wird nicht kommuniziert. Dennoch: Dass bereits im Januar Proben entnommen wurden und nun nachgefasst wird, deutet darauf hin, dass die Ergebnisse eine vertiefte Untersuchung notwendig gemacht haben.
Nach dem Carolabrücken-Debakel hat die Stadt Dresden ihr Brückenmonitoring intensiviert – zu Recht. Das Dresdner Brückennetz ist in Teilen sanierungsbedürftig, und der öffentliche Druck, frühzeitig zu handeln statt abzuwarten, ist seit 2024 erheblich gestiegen.
Verkehr: Umleitung über Nürnberger Straße
Für LKW gilt während der Sperrung eine ausgeschilderte Umleitung über Nürnberger Straße, Münchner Straße, Fritz-Löffler-Straße und St. Petersburger Straße. Rad- und Fußwege sowie die Bushaltestelle sind nicht betroffen.