„Beef with a View“: Erste Bilder aus dem Timberjacks an der B170 – BossHoss stürmen die Bühne
Schon an diesem Samstagnachmittag, Stunden vor dem ersten Konzertabend mit The BossHoss, kommen die ersten Neugierigen auf das Gelände an der B170. Sie sind nicht wegen des Programms hier – sie wollen einfach sehen, wie weit es ist. Mehran Hertwig, bei Timberjacks zuständig für Marketing und Events, wundert das nicht: „Wir spüren die Vorfreude, nicht nur in den sozialen Medien. Es sind heute schon viele Leute vorbeigekommen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen."
Das Besondere an Bannewitz benennt Hertwig schnell: „Die Terrasse ist im Vergleich zu den anderen Standorten riesig – was natürlich auch an dem fantastischen Blick über Dresden liegt." Über die Holzdielen schaut man auf Felder, den Caravaning-Platz nebenan, dahinter die Stadtsilhouette. Den Schriftzug über dem Terrasseneingang hat die Kette entsprechend gewählt: „Beef with a View". Die Grundrisse sind an allen Standorten identisch, in Bannewitz fasst der Innenbereich rund 260 Gäste, der Biergarten bis zu 400 Personen. Innen ist das Restaurant weitgehend fertig: Steinwand, Thekenfront, LED-Wand – alles steht. Die Küche ist besetzt, das Personal im Training.
Entscheidung zwischen Restaurant und Maskenfabrik
Die Geschichte des Projekts reicht zurück bis 2021. Damals entschied der Bannewitzer Gemeinderat sich für Timberjacks – und gegen eine Maskenfabrik, die in der Corona-Hochphase als Alternative auf dem Tisch lag. Bürgermeister Heiko Wersig ist heute noch froh darüber: „Ich glaube, das war trotz der langen Dauer bis zur Fertigstellung die absolut richtige Entscheidung." Der ursprüngliche Investor stieg aus, ein Küchenlieferant meldete Insolvenz an, schlechtes Wetter verzögerte den Rohbau. Eröffnungstermine wurden mehrfach verschoben. Hertwig kündigt nun an: spätestens Ende Mai. Er empfiehlt aber auch "einfach mal vorbei zu kommen", denn eine klassische Eröffnung mit festem Termin wird es ohnehin nicht geben.
Das Blockhaus haben Zimmerer der Firma Löffler Naturstammhaus aus Brotterode errichtet – für das Thüringer Unternehmen das achte Timberjacks-Großprojekt. Beim Baumaterial setzt die Kette auf CO₂-freien Zement des Unternehmens ecoment aus Sachsen-Anhalt, das Restaurant ist das weltweit erste Gebäude damit. Die Energieeinsparung bei der Herstellung soll bei über 80 Prozent liegen.
Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Schichtsystem arbeiten. Die Schulung dauert länger als anderswo, weil ausschließlich frisch gekocht wird – keine Convenience-Produkte. Hertwig rät, den ersten Besuch mit Geduld einzuplanen: „Am Anfang sollte man sich auf Wartezeiten einstellen, weil sich alles einruckeln muss. Aber wir wollen niemanden wegschicken." Spontanbesuche sind möglich – „Es lohnt sich sicher, einfach mal vorbeizukommen" –, aber das Haus ist kein Walk-In-Lokal. „Den Besuch bei uns plant man eher langfristig." Reservierungen werden über die Website möglich sein.
Wersig schaut an diesem Tag auch auf den Caravaning-Platz nebenan, der vor drei Wochen eröffnet hat. Bereits heute stehen dort Wohnmobile von Gästen, die wegen des Konzerttermins angereist sind. Und auf der Freifläche zwischen Timberjacks und dem Simmel-Markt könnte bald weiteres entstehen: Nach Wersigs Angaben gibt es Gespräche mit einem möglichen Investor, der dort Chalets errichten könnte. Konkret ist das noch nicht.
„Das Schöne ist, dass so langsam die Räder ineinandergreifen", sagt Wersig. „Ich freue mich über eine kulinarische Bereicherung unserer Gemeinde – und über die neu geschaffenen Arbeitsplätze."
23.30 Uhr, pünktlich. Boss Burns und Hoss Power betreten die Bühne – und Sascha Vollmer alias Hoss Power stellt gleich klar, wie vertraut die Band mit dem Haus ist: „Das müsste unsere neunte Timberjacks-Show sein. Wir gehören also fast schon zum Inventar."
Das Publikum brauchte etwas, bis es warm wurde. Die Gäste waren zunächst recht zurückhaltend, ließen sich aber von der guten Laune der beiden Musiker anstecken. Das Konzert war wie zu Beginn angekündigt nach etwas mehr als einer Stunde zu Ende, eine Zugabe gab es obendrauf. Anschließend standen Völkerl und Vollmer für Fotos und Gespräche an der Bar bereit.

Dass das Konzert erst so spät begann, hat Methode. Erst läuft der klassische Restaurantbetrieb, dann beginnt das Programm. Nach dem Konzert gibt es ein Flying Buffet, die Party läuft open end. Und wer künftig zu einem Konzertabend kommt und früh genug da ist, darf sich auf einen Bonus freuen: Hertwig berichtete, dass Gäste die Möglichkeit haben werden, den Soundcheck der Künstler mitzuerleben. Ob der Premierenabend zufriedenstellend gelaufen sei, bejahte er ohne Zögern.
The BossHoss sind im Sommer als komplette Band unterwegs – zu zehnt statt zu zweit. Ein Termin in der Region: Am 10. Juli spielen sie auf der Festung Königstein. Weitere Konzerte im Timberjacks Bannewitz sind bereits in Planung, Namen folgen, sobald Verträge unterschrieben sind.
