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Dresden-Plauen: 57 neue Bäume für die Kohlenstraße als Klimatest

Dresden-Plauen: 57 neue Bäume für die Kohlenstraße als Klimatest
Symbolbild Birke/ pixabay grom900
Von: Cornelius de Haas

Im Stadtteil Plauen hat die Landeshauptstadt Dresden mit umfangreichen Pflanzarbeiten an der Kohlenstraße begonnen. Bis Ende April 2026 entstehen auf drei Grünflächen neue Bestände mit teils seltenen Baumarten. Das Projekt dient nicht nur der Stadtverschönerung, sondern testet gezielt die Widerstandsfähigkeit verschiedener Arten gegenüber dem zunehmend trockenen Elbtalklima.

Fokus auf Artenvielfalt und Klimaresilienz

Die Pflanzungen erstrecken sich über drei Abschnitte entlang der Kohlenstraße: zwischen der Kleinpestiz und der Dorfhainer Straße sowie im Bereich des Höckendorfer Wegs und der Döbraer Straße. Dabei setzt das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft auf eine bewusste Mischung, um die biologische Vielfalt im öffentlichen Raum zu erhöhen.

Zum Einsatz kommen unter anderem die Kupfer-Birke, die Spanische Eiche, der Urwelt-Mammutbaum sowie die Gold-Ulme. Bei der Auswahl der insgesamt 57 Exemplare standen vor allem die Hitze- und Trockenbeständigkeit sowie die Frosthärte und eine geringe Krankheitsanfälligkeit im Vordergrund.

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Vorbote für die BUGA 2033

Das Vorhaben ist zudem in die langfristige Stadtentwicklung eingebettet. Dr. Sascha Döll, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, betont die strategische Bedeutung der Maßnahme: „Durch die Baumpflanzungen wird bereits jetzt das Umfeld für die BUGA 2033 in Dresden begrünt. Wir werden damit das Stadtklima verbessern sowie die Artenvielfalt erhöhen.“

Optimale Startbedingungen durch moderne Technik

Damit die Jungbäume im städtischen Umfeld dauerhaft bestehen können, wird ein hoher technischer Aufwand betrieben. Jeder Baum erhält eine Baumgrube mit einem Volumen von zwölf Kubikmetern. Spezielle Wurzellockstoffe sollen die Wurzeln in tiefere Erdschichten lenken, während Bodenverbesserungsstoffe die Nährstoff- und Wasserzufuhr optimieren.

Zum Schutz vor extremer Sonneneinstrahlung und Verdunstung erhalten die Stämme einen weißen Schutzanstrich. Gießringe stellen zudem die Bewässerung in der kritischen Anwachsphase sicher. Ergänzend zu den Bäumen werden die umliegenden Flächen mit einer Blühwiesenmischung eingesät, um neuen Lebensraum für Insekten zu schaffen.

Dresden als Teil des bundesweiten Straßenbaumtests

Die Neupflanzungen an der Kohlenstraße haben über die lokale Aufwertung hinaus wissenschaftliche Relevanz. Dresden beteiligt sich seit Jahren am Straßenbaumtest der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK). Einige der in Plauen gepflanzten Arten sollen in dieses bundesweite Monitoring aufgenommen werden.

Dabei bewerten Experten regelmäßig die Eignung der Bäume für den urbanen Raum. Die Ergebnisse fließen in die offizielle GALK-Straßenbaumliste ein, die Kommunen deutschlandweit als Orientierungshilfe für klimagerechte Stadtplanung dient.

Finanzierung und Pflege

Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung belaufen sich auf rund 316.000 Euro. Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent aus Bundesmitteln des Förderprogramms "KfW – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen". Die verbleibenden 20 Prozent trägt die Landeshauptstadt Dresden aus Eigenmitteln. Im Budget ist zudem eine einjährige Fertigstellungspflege enthalten, um den langfristigen Erhalt der jungen Bäume zu sichern.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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