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Dresden plant höhere Müllgebühren ab 2027

Mehrere große Mülltonnen mit gelben und dunklen Deckeln stehen aufgereiht in einem überdachten Müllraum. Auf einem Behälter ist ein Aufkleber für Wertstoffe zu sehen.
Müll wird teurer: Ab 2027 sollen die Abfallgebühren in Dresden um durchschnittlich 4,3 Prozent steigen. Wer Kartons unzerkleinert neben die blaue Tonne stellt, zahlt künftig extra. Der Stadtrat entscheidet am 29. Oktober. Symbolfoto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Im Schnitt 4,3 Prozent mehr fürs Müllabfahren, dazu eine neue Falle für Bequeme: Wer seine Kartons künftig neben die blaue Tonne stellt, soll draufzahlen. Was die Stadt ab 2027 plant und was gebührenfrei bleiben soll.

Dresden. Die Müllabfuhr in Dresden soll teurer werden. Zum Januar 2027 sollen die Abfallgebühren im Durchschnitt um 4,3 Prozent steigen. Die neuen Gebühren würden bis Ende 2028 gelten und damit erstmals nur für zwei statt für drei Jahre. Denn die Stadt stellt zugleich ihren Kalkulationsrhythmus um. Basis der Berechnung ist eine Vorausschau auf Abfallmengen und Kosten für 2027 und 2028. Das letzt Wort hat der Stadtrat.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen spricht von einer „moderaten Anpassung", die nötig sei, um Qualität und Zuverlässigkeit der Entsorgung zu sichern. Die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger wolle man so gering wie möglich halten.

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Von drei auf zwei Jahre: Stadt ändert den Rhythmus

Bisher wurden die Abfallgebühren in einem dreijährigen Turnus neu berechnet. Damit ist nun Schluss: Auf Nachfrage bestätigt die Stadt, dass die neue Satzung nur bis zum 31. Dezember 2028 gelte und die nächste Neuberechnung bereits zum 1. Januar 2029 greift. Grund für den Wechsel zur Zwei-Jahres-Kalkulation seien die zuletzt schwer vorhersehbaren Preissprünge etwa bei der Inflation oder den Kosten aus dem Emissionshandel. Kürzere Zeiträume ließen sich genauer prognostizieren und schneller an die tatsächliche Preisentwicklung anpassen. Bei längeren Kalkulationen steige dagegen das Risiko, dass Prognosen nicht aufgehen und es später zu größeren Gebührensprüngen komme. Für die Bürger bedeutet der neue Rhythmus allerdings auch, dass die nächste mögliche Anpassung schon 2029 ansteht - ein Jahr früher als beim alten Dreijahrestakt.

Blaue Tonne bleibt frei, doch Kartons daneben kosten künftig

An der blauen Tonne ändert sich im Kern nichts: Die Sammlung von Altpapier am Haus oder über den Wertstoffcontainer bleibt gebührenfrei. Neu ist aber, was daneben passiert. Wer Pappen und Kartonagen unzerkleinert einfach neben die Tonne stellt, muss künftig zahlen. Der Grund: Solche „Nebenablagerungen" bedeuten für das Abfuhrpersonal Handarbeit, verlängern die Touren und treiben die Sammelkosten. Die Kartons werden zwar weiter mitgenommen, gleichzeitig aber registriert und in Rechnung gestellt. Pro angefangene 240-Liter-Einheit werden 26,34 Euro fällig, die der Grundstückseigentümer trägt und gegebenenfalls über die Nebenkosten an Mieter weitergibt. Neu ist das Prinzip nicht: Bei Rest- und Bioabfällen galt es schon bisher.

Neue Transportweggebühr für die blaue Tonne

Ebenfalls neu ist eine Transportweggebühr für die blaue Tonne. Wer einen Standplatz mit mehr als 15 Meter Entfernung zum Entsorgungsfahrzeug hat und trotzdem den Vollservice möchte, kann diesen buchen. Die Gebühr richtet sich dann nach der Entfernung, wie bei Bio- und Restabfall bereits üblich. Alternativ können Eigentümer die Tonne am Leerungstag selbst bereitstellen oder die Aufgabe an ein anderes Unternehmen vergeben.

Umsatzsteuer auf Sperrmüll und Großgeräte

Für einige Leistungen wird ab 2027 zudem Umsatzsteuer fällig (§ 2b UStG). Das betrifft die Transportweggebühren sowie die Abholung von Sperrmüll und Haushaltsgroßgeräten. Die Abholung von Sperrmüll oder Elektro-Altgeräten kostet dann 26,18 Euro, in der Expressvariante 78,54 Euro. Die enthaltene Umsatzsteuer wird auf dem Gebührenbescheid gesondert ausgewiesen.

Was gebührenfrei bleibt

Einiges bleibt kostenlos: Zweimal im Jahr lassen sich vier Kubikmeter Sperrmüll oder Elektro-Altgeräte auf dem Wertstoffhof abgeben, ohne dass Gebühren anfallen. Gebührenfrei bleiben auch die mobilen Schadstoffsammlungen und die Abholung von Weihnachtsbäumen.

Wie es weitergeht

Endgültig entschieden ist die Erhöhung noch nicht. Zunächst müssen die Ausschüsse für Umwelt und Kommunalwirtschaft sowie für Finanzen und Liegenschaften der Kalkulation zustimmen. Die Entscheidung des Stadtrats ist für den 29. Oktober 2026 geplant. Fragen beantwortet das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft unter 0351 4889633 oder per E-Mail an abfallberatung@dresden.de.

Unverzichtbare Tags: Abfallgebühren, Dresden, Müllgebühren, blaue Tonne, Sperrmüll, Eva Jähnigen, Stadtrat, Abfallwirtschaft

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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