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Dresden: Direktorin Edenheiser verlässt Hygiene-Museum

Porträt einer lächelnden Frau mit schulterlangen, blonden, lockigen Haaren. Sie trägt einen leuchtend roten Blazer über einem schwarzen Oberteil und blickt direkt in die Kamera vor einem hellen Hintergrund an einem Fenster.
Wechsel nach Leipzig: Dr. Iris Edenheiser verlässt das Deutsche Hygiene-Museum Dresden vorzeitig zum 30. November 2026. Sie wird neue Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums. Foto: David Pinzer
Von: Cornelius de Haas
Erst im Februar bis 2031 verlängert, Ende November schon weg: Die Chefin des Hygiene-Museums zieht es ans Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Dresden sucht bald eine Nachfolge.

Dresden. Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden verliert seine Direktorin: Dr. Iris Edenheiser wechselt zum 30. November 2026 ans Zeitgeschichtliche Forum nach Leipzig, wie das Kuratorium des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland am Donnerstag mitteilte. Es berief sie zur designierten Direktorin des Forums, eines von vier Museen der bundeseigenen Stiftung Haus der Geschichte. 

Vorzeitiger Abschied nach Vertragsverlängerung

Der Wechsel kommt früher als geplant. Erst im Februar hatte der Stiftungsrat ihren Vertrag wie auch den der kaufmännischen Direktorin Lisa Klamka bis 2031 verlängert; gemeinsam führen die beiden das Haus seit 2022. Edenheiser verlasse das Museum nun aus persönlichen Gründen, hieß es.

Aus Dresdner Sicht sei der vorzeitige Abgang bedauerlich, aber nachvollziehbar, erklärte die Stiftungsratsvorsitzende und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Auch die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch, zugleich stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende, dankte ihr für die Zusammenarbeit.

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Fünf Jahre an der Spitze des Hygiene-Museums

Für Edenheiser ist Leipzig vertrautes Terrain. Die Kulturanthropologin, 1977 im sächsischen Torgau geboren, studierte unter anderem an der Universität Leipzig und war vor ihrem Wechsel nach Dresden stellvertretende Direktorin am Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Seit Januar 2022 stand sie an der Spitze des Hygiene-Museums.

In diesen knapp fünf Jahren habe sie das Haus weiterentwickelt und stärker zur Stadtgesellschaft geöffnet, würdigte Klepsch. Zu den Projekten ihrer Amtszeit zählten die teilweise Freilegung von Gerhard Richters einstiger Diplomarbeit im Haus, eine Sonderausstellung zur DDR-Geschichte des Museums sowie Kooperationen mit Häusern in London, Bern, Riga, Danzig, Breslau und Prag.

Für das Studio „Bin ich schön!" habe das Museum mit rund 100 Dresdnerinnen und Dresdnern gesprochen; eine Ausstellung zur mentalen Gesundheit unter dem Titel „Wie geht's?" befinde sich noch in Entwicklung. Mit jährlich über 100.000 jungen Gästen zählt das Haus zu den wichtigsten außerschulischen Bildungsorten Sachsens.

Das erwartet Edenheiser am Zeitgeschichtlichen Forum

Das Zeitgeschichtliche Forum im Leipziger Zentralmessepalast wurde 1999 eröffnet, am zehnten Jahrestag der großen Montagsdemonstration. Es behandelt die deutsche Teilung, den Alltag in der DDR-Diktatur und den Weg zur Wiedervereinigung und zeigt in seiner Dauerausstellung rund 2.000 Objekte, Fotos und Filme. Der Eintritt ist frei. 

Frei wird der Posten, weil die bisherige Forums-Direktorin Uta Bretschneider weitergezogen ist. Das Bundeskabinett nahm am 1. April ihre Berufung zur Programmdirektorin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle zur Kenntnis; dort begann sie zum 1. Mai. Bretschneider hatte das Leipziger Forum seit April 2020 geleitet. 

Nachfolge in Dresden ab Herbst gesucht

Die Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden ist eine gemeinsame Einrichtung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden. Die frei werdende Programmdirektion wolle der Stiftungsrat in der zweiten Jahreshälfte 2026 neu ausschreiben. Bis zu Edenheisers Abschied Ende November bleibt der Stiftung damit knapp ein halbes Jahr, um die Weichen für die Zeit nach dem Führungswechsel zu stellen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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