Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden geht personell in eine gesicherte Zukunft: Der Stiftungsrat hat die Verträge von Direktorin Dr. Iris Edenheiser und der kaufmännischen Direktorin Lisa Klamka bis 2031 verlängert. Damit setzt die Institution ein klares Bekenntnis zu dem Kurs, den die beiden seit 2022 gemeinsam eingeschlagen haben.
Von Gerhard Richter bis Angela Merkel – ein Museum mit Profil
Seit ihrem Amtsantritt haben Edenheiser und Klamka das Haus spürbar weiterentwickelt. Zu den auffälligsten Projekten zählt die restauratorische Teilfreilegung von Gerhard Richters Diplomarbeit ebenso wie eine vielbeachtete Sonderausstellung zur DDR-Geschichte des Museums. Hochkarätige Gäste wie Angela Merkel, Soziologe Steffen Mau und Politikphilosophin Lea Ypi unterstreichen den Ruf des Hauses als Bühne für gesellschaftlich relevante Debatten.
International hat das Museum unter der gemeinsamen Führung ebenfalls an Sichtbarkeit gewonnen – mit Kooperationen in London, Bern, Riga, Danzig, Breslau und Prag.
Über 100.000 Kinder jährlich – beliebtestes Museum der Stadt
Trotz des internationalen Engagements bleibt das Museum fest in der Dresdner Stadtgesellschaft verankert. Jedes Jahr besuchen über 100.000 Kinder und Jugendliche das Haus, das damit zu den wichtigsten außerschulischen Bildungsorten Sachsens zählt. Im August startet mit „Große Gefühle" eine neue Mitmachausstellung speziell für junge Besucherinnen und Besucher.
Nachhaltigkeit und Beteiligung als nächste Schwerpunkte
Für die kommenden Jahre haben die Direktorinnen klare Ziele: Das Museum soll sich noch stärker zur Stadtgesellschaft öffnen – nicht nur als Publikumsort, sondern als Mitgestaltungsraum. Für die Ausstellung „Bin ich schön?" wurden bereits rund 100 Dresdnerinnen und Dresdner aktiv einbezogen. Eine Sonderausstellung zur mentalen Gesundheit unter dem Titel „Wie geht's?" befindet sich derzeit in Entwicklung.
Auch die Nachhaltigkeitsstrategie schreitet voran: Die Entsiegelung und Begrünung des Innenhofs, reduzierte Reinigungszyklen und umfassende Digitalisierungsprojekte markieren erste abgeschlossene Meilensteine.
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch zieht ein positives Fazit: Das Duo habe das Haus weiter geöffnet, international positioniert und zugleich fest in der Dresdner Stadtgesellschaft verankert. Auch Staatsministerin Barbara Klepsch begrüßt die Entscheidung und blickt gespannt auf die inhaltlichen Schwerpunkte der nächsten Jahre.