Dresden. Vor jedem heißen Wochenende stellt sich am Kiessee Leuben dieselbe Frage: Wie viel Müll und wie viele Feuerstellen bleiben diesmal liegen? Die Antwort fällt schon vor dem nächsten Ansturm deutlich aus. 15 Sachverhalte wegen verbotenen Grillens oder offener Feuer hat die Stadt in diesem Jahr bereits zur Anzeige gebracht, wie die Verwaltung auf Anfrage mitteilte. Vier Bußgeldbescheide und neun Verwarnungsgelder wurden verhängt, zwei Verfahren laufen noch - und das angekündigte Sommerwetter dürfte den Druck auf das Landschaftsschutzgebiet weiter erhöhen.
Trotz geltenden Badeverbots wird das Areal am Südufer seit Jahren intensiv für die Freizeit genutzt. Kontrolliert werde es bislang nur sporadisch, so die Verwaltung - durch den Stadtordnungsdienst und eine besondere Einsatzgruppe des Gemeindlichen Vollzugsdienstes, ergänzt um anlassbezogene Einsätze bei Beschwerden. Wer auf befestigten Flächen grille, müsse mit 50 Euro Verwarnungsgeld rechnen, bei Schäden an der Grasnarbe oder offenem Feuer mit 75 Euro zuzüglich Gebühren. Die untere Naturschutzbehörde benennt die Schwäche der eigenen Linie offen: Eigentumsverhältnisse, Interessenkonflikte, Vandalismus und ein Defizit bei ordnungsrechtlichen Maßnahmen schwächten die Wirksamkeit erheblich.