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Müll und Feuer am Kiessee Leuben: Dresden räumt Kontrolllücke ein

Ein großer Haufen wilder Müll aus Plastiktüten, Papptellern und Dosen auf einer Wiese. Im Hintergrund sieht man einen See, grüne Bäume und drei weit entfernte Wohnhochhäuser unter bewölktem Himmel.
Müll-Problem am Kiessee Leuben: Vor dem heißen Wochenende droht neuer Abfall. Trotz Kontrollen und neuer Tonnen bleibt oft tonnenweise Unrat am Ufer zurück. Archivfoto: privat
Von: Cornelius de Haas
Am Kiessee Leuben häufen sich Feuer und Müll, die Kontrollen bleiben dünn. Am heißen Wochenende droht das nächste Verschmutzungsproblem - während die geplante Badestelle ohne Termin bleibt.

Dresden. Vor jedem heißen Wochenende stellt sich am Kiessee Leuben dieselbe Frage: Wie viel Müll und wie viele Feuerstellen bleiben diesmal liegen? Die Antwort fällt schon vor dem nächsten Ansturm deutlich aus. 15 Sachverhalte wegen verbotenen Grillens oder offener Feuer hat die Stadt in diesem Jahr bereits zur Anzeige gebracht, wie die Verwaltung auf Anfrage mitteilte. Vier Bußgeldbescheide und neun Verwarnungsgelder wurden verhängt, zwei Verfahren laufen noch - und das angekündigte Sommerwetter dürfte den Druck auf das Landschaftsschutzgebiet weiter erhöhen.

Trotz geltenden Badeverbots wird das Areal am Südufer seit Jahren intensiv für die Freizeit genutzt. Kontrolliert werde es bislang nur sporadisch, so die Verwaltung - durch den Stadtordnungsdienst und eine besondere Einsatzgruppe des Gemeindlichen Vollzugsdienstes, ergänzt um anlassbezogene Einsätze bei Beschwerden. Wer auf befestigten Flächen grille, müsse mit 50 Euro Verwarnungsgeld rechnen, bei Schäden an der Grasnarbe oder offenem Feuer mit 75 Euro zuzüglich Gebühren. Die untere Naturschutzbehörde benennt die Schwäche der eigenen Linie offen: Eigentumsverhältnisse, Interessenkonflikte, Vandalismus und ein Defizit bei ordnungsrechtlichen Maßnahmen schwächten die Wirksamkeit erheblich.

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Vor dem Wochenende droht neuer Müll

Den Vorhersagen zufolge sollen die Temperaturen am Freitag auf über 33 Grad steigen, auch der Samstag soll mit rund 31 Grad hochsommerlich bleiben. Erfahrungsgemäß zieht das viele Badegäste an den See - und hinterlässt Spuren. Im Juli 2024 sammelten Stadtmitarbeiter an einzelnen Tagen jeweils 15 bis 20 Müllsäcke ein, vor allem nach den Wochenenden.

Gegen die Vermüllung stellte das Stadtbezirksamt Leuben seit Mai 2025 vier Tonnen mit je 220 Litern am künftigen Badebereich auf. Ursprünglich seien fünf geplant gewesen, vier seien ein Kompromiss mit dem Umweltamt, würden aber als ausreichend angesehen. Seit Ende März 2026 würden sie einmal wöchentlich geleert, der Strand werde dabei mitgesäubert; bei guter Wetterlage lasse sich der Turnus erweitern. Ergänzend steht von April bis Oktober ein Container mit sieben Kubikmetern bereit, der im vergangenen Jahr fünfmal geleert wurde. Den anfallenden Abfall tragen Mitarbeiter des Ortsamts, Bürgerarbeiter und freiwillige Putzaktionen zusammen. Der Stadtbezirksbeirat stellt dafür 2026 erneut 10.000 Euro bereit. Nach Einschätzung des Stadtbezirksamtes habe sich die Maßnahme bewährt, der Uferbereich sei seither sauberer als zuvor.

Badestelle soll Ordnung bringen - wann, ist offen

Längerfristig soll eine unbewachte Badestelle am Ostufer des Südsees die ungeregelte Nutzung lenken. Der Stadtrat entscheidet darüber am Donnerstag (25. Juni), nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung die Vorlage am 10. Juni bestätigt und zur Beschlussfassung empfohlen hatte. Fertig werden soll die Anlage laut Beschluss „deutlich vor 2033" - ein konkretes Jahr nennt die Stadt aber nicht, da Planung, Genehmigung und Vergabe zunächst durchzuführen seien. Ein belastbarer Zeitplan werde erst nach Vorliegen der Grundlagen kommuniziert.

Veranschlagt sind rund 500.000 Euro, finanziert aus dem Investitionsbudget der Bundesgartenschau 2033. Den größten Anteil von knapp zwei Dritteln nehmen dabei Landschafts- und Naturschutz ein - etwa die Sicherung der Ufer, neue Schilfgürtel und der Rückbau von Trampelpfaden. Auf den eigentlichen Liege- und Badebereich entfällt nur ein Bruchteil. Der spätere Betrieb durch den Eigenbetrieb Sportstätten wird auf etwa 68.870 Euro pro Saison geschätzt; die Kosten fielen erst mit der Inbetriebnahme an. Bis zur Eröffnung blieben die bisherigen Maßnahmen bestehen, so die Verwaltung; zusätzliche Schritte seien derzeit nicht beschlossen. Auch die Sperrung des Nordufers, die ökologisch sensible Bereiche schützen soll, ist an die Eröffnung der Badestelle gekoppelt und damit zeitlich offen.

Schwäne brüten dank Ehrenamt

Wie sehr der Naturschutz am See bislang von Privatleuten abhängt, zeigt der Fall der Höckerschwäne. Nachdem ihre Brut in den Vorjahren wiederholt zerstört worden war, gelang in diesem Jahr erstmals wieder ein Bruterfolg - ermöglicht durch eine Absperrung, die Tierschützer und der Betreiber der Wasserskianlage errichtet hatten. Der Erfolg sei erfreulich, das ehrenamtliche Engagement nicht hoch genug zu bewerten, teilte die Naturschutzbehörde mit. Eigene Schutzversuche seien zuvor an Vandalismus gescheitert. Für künftige Brutzeiten stehe man im direkten Kontakt mit den Tierschützern, um Röhricht- und Bodenbrüter wirksamer zu schützen.

Also: Wer am Wochenende an den Kiessee fährt, sollte seinen Abfall mitnehmen und auf Feuer verzichten - der Natur und dem eigenen Geldbeutel zuliebe.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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