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Baden am Kiessee Leuben: Grünes Licht für Dresdens neues Sommerparadies

Baden am Kiessee Leuben: Grünes Licht für Dresdens neues Sommerparadies
Der Bereich am hinteren Ufer leicht links der Mitte könnte das FKK-Areal der Badestelle beheimaten, rechts davon soll die offizielle Badestelle entstehen. Foto: privat
Von: Dresden News

Ein lang ersehnter Traum könnte bald Wirklichkeit werden. Am südlichen Leubener Kiessee soll eine offizielle Badestelle entstehen. Am südlichen Leubener Kiessee soll erstmals eine offizielle Badestelle entstehen. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie zeigt, dass Baden dort künftig möglich wäre – ohne Natur, Hochwasserschutz oder Sicherheit zu gefährden. Für den Dresdner Südosten wäre das eine echte Zeitenwende. "Heute ist soetwas wie ein Glückstag", leitete Leubens Stadtbezirksamtsleiter, Jörg Lämmerhirt, am Montag die Vorstellung der Studie ein. 

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Was bisher galt – und was sich jetzt ändern soll

Denn seit Jahrzehnten ist das Baden am Kiessee offiziell verboten. Trotzdem zog das klare Wasser immer wieder Tausende Dresdnerinnen und Dresdner an. Ohne Beschilderung, ohne Infrastruktur, ohne jede Lenkung. Das soll sich nun grundlegend ändern. Die Landeshauptstadt Dresden hat die Machbarkeitsstudie des Planungsbüros STESAD GmbH vorgelegt. Das Ergebnis ist klar: Eine unbewachte Badestelle mit dem Hinweis „Baden auf eigene Gefahr" wäre machbar. Natur und Sicherheit schließen sich dabei nicht aus. Doch trotz der Einigkeit aller Beteiligten mahnt Lämmerhirt zur Geduld: "Sofort geht das nicht." Denn bis zur Eröffnung sind noch mehrere Planungs- und Genehmigungsschritte zu durchlaufen.

Was konkret geplant ist

Der Badebereich entsteht am Ostufer des Südsees. Das sei bereits bei der Renaturierung nach dem Ende des Kiesbaus in Leuben so angelegt worden, sagte Martin Riedel von der örtlichen Wakeboardanlage. Ein flach auslaufender Sandstrand soll zum Verweilen einladen, Bojenketten den Schwimmerbereich klar abgrenzen. Nichtschwimmer erhalten demnach einen eigenen, sicheren Bereich. Übersichtliche Schilder informieren über Regeln und Risiken. Barrierefreie Zugänge sind ausdrücklich eingeplant. Fahrradabstellmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten ergänzen das Angebot. Dauerhafte Hochbauten oder große Versiegelungen sind nicht vorgesehen. Alle Maßnahmen sind hochwasserangepasst und naturverträglich. Die alten Trampelpfade am Nordufer und in der künftigen Naturschutz-Tabuzone sollen sollen zurückgebaut und durch Bepflanzungen dauerhaft unzugänglich gemacht werden.

Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf rund 470.000 Euro. Der größte Anteil – knapp 63 Prozent – fließt in Landschafts- und Naturschutzmaßnahmen. Dazu gehören Schilfpflanzungen, Weidengehölze und die Sicherung der Uferböschungen. Rund 69.000 Euro fallen jährlich als Betriebskosten für die Zeit zwischen Mitte Mai und Mitte September an. Nach Fertigstellung übernimmt der Eigenbetrieb Sportstätten Dresden den dauerhaften Betrieb.

Der BUGA-Effekt: Mehr als nur ein Badestrand

Die Kiesseen Leuben sind kein isoliertes Projekt. Sie bilden ein Herzstück der BUGA Dresden 2033. Die Bundesgartenschau verwandelt den Dresdner Südosten in eine weitläufige Naherholungslandschaft. Marcel Timmroth, Geschäftsführer der BUGA Dresden 2033 gGmbH, bringt die Vision auf den Punkt: „Mit der BUGA eröffnet sich das entscheidende Momentum. Wir wollen Erholung, Bewegung und Naturerlebnis direkt im Wohnumfeld verbinden." Der Gesamtinvestitionsbedarf für die Kiesseen sowie den Trümmerberg im BUGA-Rahmen beträgt rund 19 Millionen Euro. Das klingt nach viel – ist aber eine Investition in Lebensqualität für Generationen.

Schon deutlich vor der BUGA soll das Baden möglich sein. Die Planungen laufen. Als nächste Schritte stehen die Sicherung der Flächenverfügbarkeit und die Vorbereitung der Einzelmaßnahmen an. Dann erlässt die Untere Wasserbehörde die nötige Allgemeinverfügung. Parallel läuft das Bebauungsplanverfahren Nr. 3084 weiter.

Wakeboard und Kiessee: Zwei Welten, ein Ufer

Direkt nebenan dreht sich das Seil bereits seit Jahren. Das Cable Dresden an der Pirnaer Landstraße betreibt am Südsee eine der beliebtesten Wakeboardanlagen der Region. Fünf Boxen, zwei Rails, zwei Kicker – und dazu ein Sandstrand mit Strandcafé. Die Anlage ist derzeit bis 2030 genehmigt. Weil sie im Landschaftsschutzgebiet liegt, sucht die Stadt gemeinsam mit Betreiber Martin Riedel nach einer dauerhaften Lösung. Ein neuer Standort rund 70 Meter vom Ufer entfernt ist bereits gefunden. Die Badestelle und die Wakeboardanlage werden klar voneinander getrennt. Ein 40-Meter-Sicherheitsstreifen sowie ein Schilfgürtel sorgen für sichere Abgrenzung. Schwimmer und Wassersportler können künftig friedlich nebeneinander das Areal genießen.

Ein Ort für alle – mitten in der Stadt

Der Kiessee Leuben wird kein gewöhnliches Freibad. Er bleibt naturbelassen, frei zugänglich und nah am Wohngebiet. Das Nordufer wird zum Schutz der Natur gesperrt. Der Zugang zum Südsee wird dagegen gezielt entwickelt und attraktiver gestaltet. Wer heute noch illegal badet, darf sich bald ganz legal ins kühle Nass stürzen. Der Dresdner Südosten bekommt seinen Badesee. Und Dresden bekommt ein Stück mehr Sommergefühl – direkt vor der Haustür.

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