Dresden, Februar 1945. Ernst Hirsch überlebt die Bombennacht als Kind. Was er sieht, lässt ihn nicht los. Er wird derjenige sein, der Dresden so akribisch und leidenschaftlich dokumentiert hat wie kein anderer: die Trümmer, den Wiederaufbau, die Kunstschätze, den Alltag auf den Straßen – und das Leben der Menschen hinter den Fassaden.
Mehr als 400 Filmrollen hat Hirsch in sieben Jahrzehnten zusammengetragen. Der älteste Streifen zeigt Dresden anno 1903. Hirsch fand ihn nicht in einem Archiv, sondern 1996 in einem Bauernhaus in Südtirol – in 32 vergessenen Filmdosen der Dresdner Firma Heinrich Ernemann. Er ließ sie restaurieren. Natürlich.

Ab dem 8. Mai sind diese und viele weitere Aufnahmen erstmals in ihrer ganzen Breite öffentlich zugänglich. Die Technischen Sammlungen Dresden zeigen bis zum 25. Oktober die Sonderausstellung „UNIVERSUM Dresden. Der Filmemacher und Filmsammler Ernst Hirsch" – anlässlich seines 90. Geburtstags im Juli. An mehr als 20 Filmstationen lässt sich eine Stadt neu entdecken: Man kann eine historische Straßenbahn durch das Dresden der 1920er Jahre steuern, in die offizielle und die inoffizielle Kunstszene der DDR eintauchen und verfolgen, wie Hirsch den Wiederaufbau der Frauenkirche über Jahre mit der Kamera begleitete. Er selbst war 1936 dort getauft worden.
