Deutschlandticket-Millionen für die DVB: Grüne fordern Transparenz von Dresdens OB
Dresden. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat fordert, dass Ausgleichszahlungen des Bundes für das Deutschlandticket in voller Höhe bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) ankommen. Anlass sind Berichte der Dresdner Neuesten Nachrichten und der Sächsischen Zeitung über Nachzahlungen aus Berlin für in Dresden verkaufte Deutschlandtickets.
„Dieses Geld muss zwingend auch bei der DVB ankommen“, erklärte Susanne Krause, Bau- und Stadtentwicklungssprecherin der Fraktion und Mitglied im DVB-Aufsichtsrat. Zusätzliche Mittel seien in der angespannten Finanzlage der Verkehrsbetriebe hilfreich. Krause verwies darauf, dass fast die Hälfte der Dresdner ein Abo der DVB nutze, sei es das Deutschlandticket, eine Abo-Monatskarte oder das Bildungsticket. Dieses Niveau lasse sich nur halten, wenn das Angebot erhalten bleibe.
Grüne dringen auf Klarheit über die Summe
Wie hoch die Nachzahlungen tatsächlich ausfallen, ist offen. Die Dresdner Neuesten Nachrichten berichten unter Berufung auf die Landesebene, die Summe könnte über den geplanten Einsparungen von rund acht Millionen Euro liegen. Die Stadtverwaltung nennt gegenüber der Sächsischen Zeitung dagegen eine deutlich niedrigere Zahl und hält an den Kürzungen fest. Um Gewissheit zu bekommen, hat die Grünen-Fraktion eine Anfrage an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eingereicht. Er müsse rasch offenlegen, um welche Summen es gehe und wie er das Geld verwenden wolle, so Krause. Die erste Antwort des Stadtsprechers lasse nicht auf Transparenz schließen.
Hintergrund: Streit um das DVB-Sparprogramm
Die Debatte fällt mitten in den Streit um das geplante Kürzungsprogramm bei den DVB. Die Verwaltung will damit mehr als acht Millionen Euro sparen, rund zehn Prozent des Angebots stünden zur Disposition, etwa die Linie 8 und mehrere Buslinien. Grüne, SPD und Linke lehnen weitere Einschnitte ab, Grüne und SPD knüpfen ihre Zustimmung zum Doppelhaushalt daran.