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CDU-Stadtrat Krüger will Lingnerschloss an Bohn und Kreider geben

CDU-Stadtrat Krüger will Lingnerschloss an Bohn und Kreider geben
CDU-Stadtrat Peter Krüger möchte für Bohn und Kreider stimmen (Bild: CDU Fraktion / Pixabay)
Von: Thomas Wolf
Wem soll Dresden das Lingnerschloss für die kommenden Jahrzehnte anvertrauen? CDU-Stadtrat Peter Krüger hat sich entschieden. Er will dem Angebot von Thomas Bohn und Oliver Kreider zustimmen. Für ihn geben Finanzierung und Geschwindigkeit den Ausschlag.

Krüger setzt auf Bohn und Kreider

Im Streit um die Zukunft des Lingnerschlosses zeichnet sich im Dresdner Stadtrat eine schwierige Entscheidung ab. CDU-Stadtrat Peter Krüger will bei der Abstimmung am 3. September dem bereits vereinbarten Modell mit den Unternehmern Thomas Bohn und Oliver Kreider den Vorzug geben.

Seine Begründung: Das Angebot sei finanziell weiter und könne schneller umgesetzt werden.

„Für mich sprechen derzeit vor allem zwei Punkte für Bohn und Kreider: Die Finanzierung ist belastbar gesichert und das Konzept kann unmittelbar umgesetzt werden. Beim Lingnerschloss geht es auch darum, jetzt schnell Verlässlichkeit zu schaffen und weitere Verzögerungen zu vermeiden“, sagt Krüger gegenüber DIE SACHSEN NEWS.

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Notarvertrag liegt bereits vor

Bohn und Kreider sind im Verfahren einen Schritt weiter: Sie haben bereits einen notariell beurkundeten Vertrag zur Übernahme des Erbbaurechts geschlossen. Die gGmbH hat inzwischen allerdings ebenfalls ein notariell beurkundetes und verbindliches Angebot über 1,7 Millionen Euro beim Insolvenzverwalter hinterlegt. Bei Bohn und Kreider liegt damit bereits der Übertragungsvertrag vor, bei der gGmbH zunächst ein notarielles Kaufangebot.

Damit besitzen Bohn und Kreider einen Vorteil, der für Krüger schwer wiegt: Wird der Vertrag vom Stadtrat bestätigt, kann die Umsetzung vergleichsweise schnell beginnen. DIE SACHSEN NEWS hatte bereits ausführlich über die Pläne von Bohn und Kreider für das Lingnerschloss berichtet.

gGmbH bietet 1,7 Millionen Euro

Allerdings gibt es inzwischen eine ernsthafte Alternative. Die Fördergesellschaft Lingnerschloss gGmbH hat ein verbindliches Angebot über 1,7 Millionen Euro zuzüglich Erwerbsnebenkosten abgegeben. Die Gesellschaft erklärt darin ausdrücklich, dass die Finanzierung durch ihre Gesellschafter sichergestellt sei.

Im Konzept der Gruppe sind insgesamt 1,9 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen vorgesehen. Die gemeinnützige Gesellschaft will das Schloss mit derzeit 15 beteiligten Dresdner Unternehmern und Bürgern übernehmen. Überschüsse sollen wieder in Erhalt, Sanierung und gemeinnützige Angebote fließen.

Die Gruppe stellte ihr Konzept am Montag auch im Finanzausschuss des Stadtrates vor. Am Dienstag erklärte sie bei einer Pressekonferenz, dass die notwendigen 1,9 Millionen Euro innerhalb des Gesellschafterkreises aufgebracht würden.

Am 3. September fällt die Entscheidung

Trotz des höheren Angebots und der gemeinnützigen Konstruktion bleibe für Krüger die vermutlich größere Umsetzungssicherheit bei Bohn und Kreider entscheidend.

Der Stadtrat stimmt am 3. September zunächst über den bereits ausgehandelten Vertrag mit den beiden Unternehmern ab. Bei einer Zustimmung wäre die gGmbH aus dem Rennen. Bei einem Nein könnten Insolvenzverwalter und Gläubiger mit der zweiten Gruppe weiterverhandeln.

Damit wird die Abstimmung auch zu einer Abwägung zwischen zwei unterschiedlichen Risiken: Bohn und Kreider bieten den schnelleren und bereits weitgehend vorbereiteten Weg. Die gGmbH setzt auf eine breitere Trägerstruktur und Gemeinnützigkeit für die verbleibenden rund 44 Jahre des Erbbaurechts.

Peter Krüger hat für sich entschieden, was für ihn derzeit schwerer wiegt: Finanzierung und Geschwindigkeit.

Thomas Wolf
Artikel von

Thomas Wolf

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