Dresden. Wenn die SG Dynamo Dresden am 2. Mai den 1. FC Kaiserslautern im Rudolf-Harbig-Stadion empfängt, wird das Flutlicht nicht nur ein sportliches Prestigeduell beleuchten, sondern auch eine Stadt im Ausnahmezustand. Was in früheren Jahren als besondere Maßnahme für brisante Derbys galt, ist in der laufenden Spielzeit beinahe zur Normalität geworden: Die Landeshauptstadt Dresden hat die Begegnung offiziell als Hochrisikospiel eingestuft. Es ist ein statistischer Tiefpunkt für die Sicherheitslage im Dresdner Fußball, denn Kaiserslautern ist bereits der zehnte Gegner in dieser Saison, dessen Gastspiel unter strengen Sicherheitsauflagen stattfinden muss.
Verbote und Sperrzonen: Die Details der Allgemeinverfügung
Konkret bedeutet die Einstufung für den kommenden Spieltag erneut den Erlass einer umfassenden Allgemeinverfügung. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr wird ein weiter Radius rund um die Spielstätte zur kontrollierten Zone erklärt. Innerhalb dieses Bereichs, der sich markant zwischen dem Lennéplatz, der Parkstraße, der Zinzendorfstraße und dem Straßburger Platz erstreckt, greift ein striktes Mitführverbot. Die Stadt untersagt darin das Mitführen von Gegenständen, die potenziell zur Gewaltanwendung oder zur Umgehung polizeilicher Maßnahmen dienen könnten. Dazu zählen neben pyrotechnischen Erzeugnissen und Messern auch Dinge wie Schutzkleidung, Sturmhauben oder jegliche andere Art der Maskierung, die eine Identifizierung von Straftätern erschweren würde.
Eskalationsschutz nach den Ausschreitungen gegen Hertha BSC
Dieser drastische Schritt der Behörden kommt nicht von ungefähr, sondern ist auch eine direkte Reaktion auf die traumatischen Ereignisse vom Heimspiel gegen Hertha BSC Anfang April. Die Szenen, die sich damals im Rudolf-Harbig-Stadion abspielten, sitzen bei den Verantwortlichen noch tief. Fans beider Lager hatten in einer beispiellosen Eskalation den Innenraum gestürmt und Pyrotechnik nicht nur abgebrannt, sondern gezielt als gefährliche Wurfgeschosse eingesetzt. Dass die Partie damals überhaupt zu Ende geführt werden konnte und nicht vorzeitig abgebrochen wurde, war nur dem massiven Eingreifen der Polizeikräfte zu verdanken. Die Schwarz-Gelben hatten daraufhin einen ersten Maßnahmenkatalog beschlossen und bereits erste Punkte umgesetzt.
Ereschwerend kommt die Historie gegen die Lauterer hinzu. Vor vier Jahren war Dynamo im Relegationsduell gegen die Roten Teufel abgestiegen, auch damals hatte es schwere Krawalle im Rudolf-Harbig-Stadion gegeben.