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Randale nach Fahnen-Klau! So lief das Chaos von Dresden wirklich ab

Randale nach Fahnen-Klau! So lief das Chaos von Dresden wirklich ab
(Bilder: Privataufnahme)
Von: 1953 Update

Skandalspiel in Dresden: Eine Eskalation mit Ansage

Das Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1) sollte im Zeichen des Gedenkens an Vereinslegende Hans-Jürgen Kreische stehen. Die Atmosphäre vor Anpfiff war entsprechend würdevoll, die Trauerminute ruhig und respektvoll.

Doch schon früh im Spiel deutete sich an, dass dieser Abend eine andere Richtung nehmen könnte.

Frühe Unterbrechung und ungewöhnliche Bewegungen

Bereits in den Anfangsminuten kam es zur ersten Spielunterbrechung. Hertha-Fans sorgten mit einer groß angelegten Pyroaktion für dichten Rauch im Gästebereich, sodass das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden musste. Zu diesem Zeitpunkt blieb die Situation zwar noch ohne direkte Konfrontation, setzte aber früh ein erstes Zeichen für die aufgeheizte Stimmung.

Parallel dazu fiel eine weitere Besonderheit auf: Die organisierte Fanszene von Hertha befand sich nicht wie üblich im abgetrennten Stehplatzbereich hinter Plexiglas, sondern im angrenzenden Sitzplatzbereich nahe der Bande. Diese ungewohnte Verteilung sorgte bereits im Vorfeld für Verwunderung.

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Mit zunehmender Spieldauer – etwa um die 20. Minute – waren größere Teile dieser Gruppe plötzlich nicht mehr auf ihren Plätzen zu sehen. Nach übereinstimmenden Schilderungen bewegten sich Personen in Richtung K-Block. Ein mögliches Ziel: das Entwenden von Fahnen der Dynamo-Ultras.

Fahnenklau und der Moment, der alles kippen ließ

Was dann folgte, ist durch zahlreiche Berichte und Aufnahmen belegt:

Dynamo-Fans gelangten offenbar im gleichen Zeitraum selbst an eine Zaunfahne aus dem Hertha-Lager. Diese wurde kurze Zeit später im K-Block präsentiert – und anschließend verbrannt.

Diese Szene gilt als zentraler Wendepunkt des Abends. In einer ohnehin angespannten Lage entwickelte sich daraus eine massive Provokation, die die Situation endgültig zum Kippen brachte.

Angriff, Gegenreaktion und deutliche Worte danach

Kurz darauf kam es zu den entscheidenden Szenen, die den weiteren Verlauf bestimmten. Belegt durch Videoaufnahmen ist, dass Hertha-Anhänger in den Innenraum gelangten und im Bereich der Sitzplatztribüne – insbesondere rund um die Hornbach-Tribüne – Zuschauer und Fans angriffen.


Hertha Anhänger griffen Dynamo Fans auf der Hornbach Tribüne an. Danach eskalierte es völlig. (Bild: Privataufnahme)

Daraufhin folgte die unmittelbare Gegenreaktion: Dynamo-Anhänger verließen den K-Block und bewegten sich in Richtung Gästebereich. Es kam zu direkten Auseinandersetzungen, bei denen Pyrotechnik und Bengalos aus beiden Lagern eingesetzt wurden.

Die Situation entwickelte sich innerhalb weniger Augenblicke zu einer unübersichtlichen Eskalation auf und neben dem Spielfeld. Erst durch das Eingreifen der Polizei konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz.

In der Folge zogen sich die beteiligten Gruppen wieder in ihre jeweiligen Blöcke zurück. Die Polizei blieb über längere Zeit auf dem Spielfeld präsent und sicherte die Bereiche, während das Spiel für rund 20 Minuten unterbrochen war.

Trainer Thomas Stamm fand nach der Partie besonders deutliche Worte und stellte den eigentlichen Anlass des Abends in den Mittelpunkt:

„Gerade auch mit dem Tod von Hansi war der Rahmen eigentlich perfekt für einen besonderen Fußballabend. Es war alles angerichtet – und dass jetzt im Nachgang andere Dinge überwiegen, wird dem überhaupt nicht gerecht.“

Weiter kritisierte er, dass die Ereignisse nichts im Fußball zu suchen haben:

„Noch viel schlimmer ist, dass nach so einer respektvollen Anfangsphase plötzlich andere Dinge im Vordergrund stehen, die hier nichts verloren haben. Das macht es für beide Mannschaften extrem schwer, wieder in so ein Spiel reinzufinden.“

Auch sportlich sah Stamm seine Mannschaft beeinträchtigt:

„Wir waren eigentlich gut drin im Spiel, mussten dann aber nach der Unterbrechung komplett neu reinkommen. Es war sehr zerfahren, viele unsaubere Aktionen. Trotzdem hatten wir die Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.“

Sein Fazit fiel entsprechend ernüchternd aus:

„Dass am Ende solche Dinge im Vordergrund stehen – gerade nach so einer Woche für den Verein – ist einfach sehr, sehr schade. Der Fußball hätte heute im Mittelpunkt stehen müssen, das war nicht der Fall.“

Auch Stefan Leitl äußerte sich zur Situation und lobte vor allem das Vorgehen von Schiedsrichter Sven Jablonski:

„Der Drei-Stufen-Plan wurde eingehalten […] die Kommunikation war sehr, sehr gut.“

(PS)

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