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Das schwarze Loch im Textil-Recycling

Alte Jeans und schwarze Shirts machen das Recycling von Altkleidern kompliziert. Das IOM Leipzig will das ändern.
Schwarze Textilien bereiten Sortieranlagen große Probleme – Leipziger Forscher arbeiten an Lösungen. © KI-generiert mit ChatGPT
Von: Wissensland
Schwarze T-Shirts und Stretch-Jeans landen meist in der Müllverbrennung, weil Sortieranlagen sie nicht erkennen können. Forscher des Leipziger IOM wollen das ändern. In einem europäischen Projekt entwickeln sie neue Technologien mit Künstlicher Intelligenz, die auch problematische Textilien sortieren können. Die EU fördert das Vorhaben mit fünf Millionen Euro.

Wer sein altes schwarzes T-Shirt oder die ausgewaschene Jeans in den Altkleidercontainer wirft, denkt meist: Das wird schon recycelt. Doch die Realität sieht anders aus. Von den 12,6 Millionen Tonnen Textilabfällen, die jährlich in der EU anfallen, werden gerade einmal 22 Prozent wiederverwendet oder recycelt. Der Rest landet in der Müllverbrennung oder auf Deponien. Seit diesem Jahr ist das nicht mehr erlaubt. Die EU schreibt vor, dass Alttextilien getrennt gesammelt und stofflich wiederverwertet werden müssen. Doch dabei gibt es ein Problem.

Moderne Sortieranlagen funktionieren mit Nahinfrarot-Technik, ähnlich wie bei der Gelben Tonne. Die Maschinen erkennen Baumwolle, Polyester oder Polyamid und sortieren die Stoffe automatisch. Bei schwarzen Textilien versagt die Technik jedoch. Besonders wenn sie mit Ruß gefärbt wurden, reflektieren sie im Infrarotbereich kaum Licht. Die Sortiermaschine bleibt blind. Auch elastische Kleidungsstücke bereiten Schwierigkeiten. Schon ein bis drei Prozent Elasthan in einer Jeans reichen aus, um viele Recyclingprozesse zu stören. Das Material lässt sich nach der Herstellung nicht mehr färben und muss deshalb aussortiert werden. Doch die winzigen Mengen sind mit heutiger Technik kaum nachweisbar.

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Leipziger Forscher entwickeln neue Sortierverfahren

Hier setzt das europäische Forschungsprojekt SORT4CIRC an, das Anfang Dezember 2025 gestartet ist. Mit dabei sind Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Oberflächenmodifizierung (IOM) in Leipzig. Dr. Tom Scherzer und Dr. Olesya Daikos arbeiten an der Weiterentwicklung von Hyperspektralkameras. Insgesamt 15 Partner aus acht europäischen Ländern forschen gemeinsam an Lösungen. Die EU fördert das Projekt mit fünf Millionen Euro über drei Jahre. Die Forschenden wollen neue analytische Methoden entwickeln, die auch schwarze und beschichtete Textilien sowie Kleidung mit Elasthan erkennen können.

Künstliche Intelligenz soll winzige Mengen aufspüren

Dabei setzen die Wissenschaftler auf innovative Techniken, die bisher bei der Sortierung von Textilabfällen nicht verwendet wurden. Künstliche Intelligenz soll helfen, selbst kleinste Bestandteile wie Elasthan zuverlässig nachzuweisen. Am Ende des Projekts planen die Forschenden eine Demonstratoranlage. Diese soll verschiedene analytische Verfahren kombinieren und Textilien vollautomatisch sortieren können. Unabhängig von Farbe oder Zusatzstoffen. Die sortenrein getrennten Materialien könnten dann effizient recycelt werden. Im besten Fall entstehen daraus neue Kleidungsstücke. So würde aus alten Textilien wieder neue Mode werden.

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