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Künstliche Nasen für die Welt von morgen

Anfassen, ausprobieren, verstehen: die Ausstellung „Die Zukunft des Riechens" in Dresden.
Besucher erkunden in den Technischen Sammlungen Dresden, wie Maschinen das Riechen lernen sollen. © Crispin-Iven Mokry
Von: Wissensland
Hunde erschnüffeln Krebs, Ratten Tuberkulose. Was Tiere mit ihrer Nase können, wollen Dresdner Wissenschaftler in Maschinen nachbauen. Eine neue Ausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden zeigt erstmals, wie weit die Forschung schon ist.

Hunde erschnüffeln Krebs. Bienen erkennen Sprengstoff. Ratten können Tuberkulose riechen. Der Geruchssinn mancher Tiere ist so empfindlich, dass er Leben retten kann. Forschende in Dresden wollen diese Fähigkeiten nun auf Maschinen übertragen. Eine neue Ausstellung in den Technische Sammlungen Dresden zeigt, wie weit die Forschung dabei bereits ist.

Seit heute und noch bis zum 1. November 2026 ist dort die Sonderausstellung "Die Zukunft des Riechens – Von der Nase zu riechenden Maschinen“ zu sehen. Sie macht die Forschung der Technische Universität Dresden, des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstmals für ein breites Publikum erlebbar. Besucherinnen und Besucher können interaktiv entdecken, wie Geruchssinn funktioniert, was Gerüche eigentlich sind — und wie Maschinen eines Tages riechen könnten.

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Wenn Sensoren riechen lernen

Maschinen das Riechen beizubringen ist komplizierter, als es klingt. Der menschliche Geruchssinn erkennt Tausende Duftstoffe, warnt vor verdorbenem Essen und reagiert sensibel auf chemische Signale aus der Umwelt. Bei Tieren wie Hunden oder Bienen ist dieser Sinn noch deutlich leistungsfähiger.

Das Forschungsfeld dahinter heißt Perzeptronik. Es verbindet moderne Sensortechnik mit künstlicher Intelligenz, um Maschinen eine Art Sinneswahrnehmung zu ermöglichen. Erst Fortschritte bei Sensoren und KI erlauben es heute, die enormen Mengen an Geruchsdaten überhaupt auszuwerten.

Das Dresdner Verbundprojekt "Olfactorial Perceptronics“ wird von der VolkswagenStiftung gefördert. Geleitet wird es von Gianaurelio Cuniberti, Professor für Materialwissenschaft und Nanotechnologie an der TU Dresden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung elektronischer Nasen, die Gerüche präzise erkennen und analysieren können.

Von der biologischen zur elektronischen Nase

Die Ausstellung führt durch drei Themenbereiche: die biologische Nase, den Kosmos der Gerüche und die elektronische Nase. Interaktive Stationen, Versuchsmodelle und Medieninstallationen machen sichtbar, woran die Forschenden arbeiten. Themen aus Medizin, Chemie, Psychologie, Geschichte und Nanotechnologie greifen dabei ineinander.

In Video-Interviews kommen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso zu Wort wie internationale Expertinnen und Experten. Dass die Forschung gerade in Dresden stattfindet, ist kein Zufall: Die Stadt zählt zu den weltweit führenden Standorten der Mikroelektronik — ideale Bedingungen für die Entwicklung hochsensibler Sensoren. Finanziert wurde die Ausstellung durch die VolkswagenStiftung. Gestaltet wurde sie unter anderem von Paul Bauer und dem Studio Klarheit Filmproduktion Dresden.

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