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Ein verdienter Auswärts-Döner: Hertha auf Rekordjagd

Ein verdienter Auswärts-Döner: Hertha auf Rekordjagd
Nach dem Spiel verriet der Doppeltorschütze auch sein kleine Erfolgsgeheimnis. / Foto: Robert Michael/dpa
Herthas Siegeszug geht weiter. Auch in Dresden, trotz eines frühen Rückstandes. Das zeichnet den Tabellenführer der zweiten Liga derzeit aus. Und ein kleines Geheimnis seines Doppel-Torschützen.

Den verdienten Mitternachtssnack wollte sich auch Stefan Leitl nicht entgehen lassen. «Deshalb müssen wir jetzt los», sagte der gut gelaunte Trainer nach dem nächsten Sieg des punktemäßig makellosen Tabellenführers der 2. Fußball-Bundesliga. Verdient hatten sich Coach und Spieler von Hertha BSC den Auswärts-Döner allemal.

Es war ein intensives Spiel, das den Berlinern im Rudolf-Harbig-Stadion gegen kämpferische Dresdner auf dem Rasen und fast 30.000 lautstarken Fans auf den Rängen alles abverlangte. Und es zeigte wieder: Hertha kann auch unter maximalem Druck liefern. Und Hertha bleibt cool. Über diese Wandlung staunen nicht nur die eigenen Fans. 

Weber erinnert an «Untergangs»-Stimmung

«Es ist schön, die Punkte nimmt Dir keiner mehr», sagte Sportdirektor Benjamin Weber nach dem 2:1 in der sächsischen Landeshauptstadt - dem sechsten Sieg in Serie. Berlin baute damit seinen Startrekord weiter aus und verteidigte nach dem sechsten Spieltag die Führung in der Tabelle. 

Aber es sei gar nicht lange her, «dass medial wirklich sehr viel von Untergang, Absturz und allem drum und dran» die Rede gewesen sei, betonte Weber: «Jetzt sind wir ein paar Wochen weiter und genau, wie wir damals nicht den Kopf verloren haben, werden wir ihn jetzt auch nicht verlieren.»  

Diesmal stand nur das Sportliche im Vordergrund in der Nachbetrachtung des Berliner Auftritts in Dresden. Die organisierten Hertha-Fans waren nicht dabei, sie boykottierten die Partie nach den Strafen wegen der heftigen Ausschreitungen beim Sieg der Berliner im April. Damals stand die Partie nach einem Platzsturm kurz vor dem Abbruch. 

Die wenigen Hertha-Fans - am Ende jubelten sie aber

Die doch noch mitgereisten Fans der Herthaner wirkten in ihrem abgeschirmten und links und rechts mit großen Pufferzonen flankierten Bereich ein bisschen auf verlorenem Posten - die Mannschaft ganz und gar nicht. Und am Ende hatten dann auch die Hertha-Grüppchen Grund zum Jubeln. 

Vor allem auch Dank Jón Dagur Thorsteinsson, der mit zwei Distanzschüssen erfolgreich war und danach sein kleines Erfolgsgeheimnis preisgab. «Ich trainiere diese Schüsse mit Andreas Menger», sagte der 27 Jahre alte Isländer - Menger ist ein ehemaliger Keeper und trainiert die Torhüter der Hertha. Er kennt die Schwachstellen der Zunft zwischen den Pfosten.

Laufen, Laufen, Laufen - reicht nicht gegen diese Hertha

Bezeichnend für die Hertha der frühen Saison 2026/27 ist, dass selbst ein Rückstand auswärts vor so einer Kulisse gegen so eine intensiv spielende Mannschaft sie nicht aus der Bahn wirft. Die Dynamo-Profis liefen zusammen mehr als 130 Kilometer und damit etwa die Luftlinien-Distanz zwischen Berlin und Dresden - es half den Gastgebern auch nichts. 

Was es mit dem Döner auf sich hat 

Bereits in der 10. Minute hatte ausgerechnet der Sohn von Herthas ehemaligem Profi-Coach Ante Covic, Patrice Covic, die Sachsen in Führung gebracht. Mit dem ersten Treffer in der 29. Minute leitete Thorsteinsson die Wende ein, mit seinem zweiten in der 80. vollendete er sie. «Wir werden gerade für unsere harte Arbeit mit Siegen belohnt», sagte er danach.

«Ich finde schon, dass wir in dieser Saison immer wieder Widerstände hatten und diese Widerstände überwunden haben», betonte Trainer Leitl. Die Serie spiegele im Moment vieles wider, «was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben». Wie auch den Döner, der bei Auswärtserfolgen längst zum Ritual geworden ist.

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