Jeden Morgen schwingt sich Werner Niehle auf sein Rad, die leuchtend gelbe Jacke mit der Aufschrift «Verkehrshelfer» an, seine beiden Warnkellen auf dem Gepäckträger. Der 93-Jährige sorgt dafür, dass Hunderte Kinder an der 68. Grundschule im Dresdner Stadtteil Prohlis sicher über die Straße kommen. Damit gilt er als wohl ältester Schulweghelfer Deutschlands.
Kaum an der recht befahrenen Straße angekommen, kommen die ersten Kids mit dem Ranzen auf dem Rücken. «Ihr könnt gehen, die Straße ist frei», sagt Niehle und schwingt seine Kelle zum Zeichen, dass die Mädchen und Jungen losmarschieren dürfen. Jeder Helfer hat sein eigenes System. Mit der linken Kelle dirigiert er die Kinder, mit der rechten die Autofahrer. «Ich bin der Schulweghelfer mit zwei Kellen», sagt er schmunzelnd.