Bezahlbare Wohnungen sind auch in Sachsen immer schwerer zu finden. Die Wohnungswirtschaft stehe vor der Herausforderung, sozialverträgliche Mieten zu stemmen und gleichzeitig zu investieren und steigende Klimaziele zu erreichen, erklärten der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) in Dresden. Beide Verbände stellten erstmals gemeinsam ihre Jahresbilanz (2025) vor. Viele der Kennziffern ähneln sich.
Schleche Zeiten für Neubau
Bei den 117 Wohnungsunternehmen im vdw lag die Investitionssumme 2026 bei 703,6 Millionen Euro - knapp 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier floss das Geld im Wesentlichen in Instandhaltung (297,3 Millionen Euro) und Modernisierung (284,7 Millionen Euro). Im Neubau entstanden 762 Wohnungen (2024: 719). «Wir erwarten in diesem und in den folgenden Jahren einen dramatischen Einbruch im Neubau», betonte vdw-Chef Alexander Müller. Die Prognosen der Unternehmen seien «sehr düster».
Leerstand führt zu beträchtlichen Einnahmeverlusten
Auch sonst haben beide Verbände ähnliche Probleme, beispielsweise beim Leerstand. Bei den Genossenschaften standen rund 24.000 Wohnungen und damit 8,2 Prozent des Bestandes leer. Bei den kommunalen Unternehmen fanden 9,5 Prozent aller Wohnungen - mehr als 25.300 - keinen neuen Mieter. Das ist mit enormen Kosten verbunden. Allein dem VSWG entgingen so Einnahmen von 94 Millionen Euro - 68 Millionen an möglichen Mieteinnahmen, der Rest an Betriebskosten, die nicht umgelegt werden konnten.