Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Belastung der Kommunen durch Leistungsgesetze des Bundes scharf kritisiert. «Wir müssen (...) dafür sorgen, dass dieses Geschäft zulasten Dritter, zulasten der deutschen Kommunen ein Ende findet», sagte er in einer Regierungserklärung im Landtag. Demokratie werde nicht gelebt werden können, wenn auf der kommunalen Ebene nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um die Aufgaben zu leisten.
AfD attestiert Regierung «reformerische Impotenz»
AfD-Fraktionschef Jörg Urban bescheinigte dem Regierungschef «reformerische Impotenz». Die Staatsführung selbst sei in Sachsen die «treibende Kraft hinter der Ausgabenexplosion». Kretschmer habe in seiner Amtszeit seit 2017 etwa 10.000 Stellen zusätzlich geschaffen und die Ausgaben der Staatskanzlei verdoppelt. Die jetzt vorgelegte Notagenda sehe einen lang gestreckten Abbau von gerade einmal 8.773 Stellen vor. «Vor diesem Hintergrund kann von Modernisierung keine Rede sein. Herr Kretschmer hat keinen Mut zu Reformen! Er betreibt lediglich politische Kosmetik.»
CDU-Fraktionschef Christian Hartmann sagte: «Die Menschen im Land spüren längst, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Unternehmer warten monatelang auf Genehmigungen, Bürger verzweifeln an Formularen und Zuständigkeiten, Kommunen kämpfen zunehmend ums finanzielle Überleben. Und viele Menschen fragen sich inzwischen ganz grundsätzlich: Funktioniert unser Staat eigentlich noch so, wie er funktionieren sollte.» Diese Zweifel müsse man ernst nehmen.